In der CDU regt sich Unmut über Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Volker Kauder, zur Familienpolitik.

Kauder hatte erklärt, dass es noch gar nicht klar sei, ob von 2010 an ein zusätzlicher Bedarf an Krippenplätzen bestehe. Das steht im Widerspruch zum erklärten Ziel der Familienministerin Ursula von der Leyen, die das Angebot bis 2010 so ausweiten will, dass für jedes dritte Kleinkind ein Angebot besteht. Darin ist sie sich zwar mit dem Koalitionspartner SPD einig, nicht aber mit allen Vertretern ihrer eigenen Partei.

Die Kanzlerin habe Ursula von der Leyen mitgeteilt, sie sei wegen Kauders Erklärungen nach dem Treffen des Koalitionsausschusses "stinksauer", berichtete die Passauer Neue Presse unter Berufung auf CDU-Kreise. Außerdem habe Merkel von der Leyen aufgefordert, nicht von ihrer Linie beim Thema Krippenplätze abzuweichen. Die Kanzlerin wolle nun mit Kauder ein klärendes Gespräch führen und sicherstellen, dass künftig Kommunikation und Außendarstellung nach Koalitionsrunden seitens der Union verbessert würden.

Nach Einschätzung der CDU-Führung habe Kauder mit seinen Äußerungen ein "klassisches Eigentor" erzielt. "Das ist ein GAU", sagte ein CDU-Präsidiumsmitglied.

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