Sie heizt sich immer schneller auf. Nein, diesmal ist nicht die Erde gemeint, sondern die politische Debatte um ihre Zukunft. Die Ampeln stehen auf grün, und schon reiten die Streiter von früher wieder ihre angestaubten Steckenpferde: Sie fordern Tempolimits ( Klimaschutz ), oder sind strikt dagegen ( Arbeitsplätze ). Sie wollen Laufzeitverkürzungen (für die Braunkohle ) oder Laufzeitverlängerungen (für die Kernkraft). Auf jeden Fall Energiesparleuchten statt Glühbirnen, Mineralwolle (fürs Eigenheim), Schurwolle (für den Leib) und im Urlaub ein schlechtes Gewissen .

Dieser politische Aktivismus hat eine zentrale Voraussetzung: Die Klimakatastrophe ist endlich wissenschaftlich bewiesen , die Politik kann handeln. Unklar ist nur, ob sie noch 13 Jahre, 15 Jahre oder eigentlich gar keine Zeit mehr hat zu reagieren.

Die Politik hat die Deutungshoheit errungen. Die Wissenschaft ist verstummt. Sie schweigt aus unterschiedlichen Motiven:

Forscher üben sich in Zurückhaltung, damit nicht auffällt, wie viel Geld in ihre Disziplin fließt, in neue Stellen, neue Superrechner, neue Klimafolgenforschungsprojekte.

Forscher halten den Mund, weil kritische Töne zur Debatte gegenwärtig schlicht unerwünscht sind – und die eigene mühsam erworbene Stellung in der Scientific Community gefährden.

Forscher verbieten sich jedwede relativierende Schärfung der Argumente, weil die Politik in ihren Augen endlich das Richtige tut, die Wirtschaft endlich wach wird und der Bürger endlich mitmacht. Dass die Bekehrten allesamt von falschen Voraussetzungen ausgehen könnten, ist zweitrangig.