Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich bei ihrem Kampf gegen die Erderwärmung der Unterstützung durch die überwältigende Mehrheit der Europäer sicher sein. Fast 90 Prozent sorgen sich um den Klimawandel, ergab eine im Auftrag der EU-Kommission durchgeführte repräsentative Befragung unter den Einwohnern aller 27 EU-Mitgliedsländer.

Mehr als drei Viertel der Europäer sind nach diesem Eurobarometer davon überzeugt, dass sie binnen zehn Jahren ihre alltäglichen Gewohnheiten beim Energieverbrauch ändern müssen, also zum Beispiel weniger Auto fahren. 62 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die EU sich um Energieangelegenheiten kümmern sollte; nur 32 Prozent sehen in erster Linie die Nationalstaaten in der Verantwortung. 83 Prozent geben zu Protokoll, die EU solle Mindestziele für die Nutzung erneuerbarer Energien festlegen. Die Kernenergie bleibt europaweit umstritten. Eine Mehrheit von 61 Prozent spricht sich dafür aus, der Beitrag der Kernenergie zur Stromversorgung solle vermindert werden; 30 Prozent plädieren für mehr Atomkraft.

Bemerkenswert ist, dass sich selbst die Mehrheit der Franzosen (59 Prozent) für einen sinkenden Beitrag der Kernenergie ausspricht. 66 Prozent der Deutschen wollen in Zukunft weniger Atomstrom. Am wenigsten kritisch steht die Bevölkerung der 12 neuen EU-Staaten der Kernenergie gegenüber. Im Durchschnitt plädieren aber auch hier 55 Prozent für einen sinkenden Nuklearanteil.

In den Beitrittsländern ist die Sorge um den Klimawandel am wenigsten ausgeprägt; 44 Prozent sind sehr besorgt. In Deutschland beträgt der Anteil der sehr Besorgten 47 Prozent. Die größte Angst vor dem Klimawandel haben die Spanier: 70 Prozent sind sehr besorgt.

Die vollständige Umfrage finden Sie hier

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