Die Aufgabe scheint leicht, doch die Erfüllung schwer. So kann Bremens Situation vor dem Uefa-Cup-Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) gegen Celta Vigo dargestellt werden. Zwar haben die Norddeutschen nach dem Hinspielerfolg eine komfortable Ausgangslage, aber fehlende Spieler bereiten dem Verein Sorge. Ungewohnt groß ist die Personalnot bei Werder Bremen. Gleich fünf Profis fehlen bei der Achtelfinalpartie auf jeden Fall, drei weitere drohen auszufallen.

Trainer Schaaf versuchte, trotz der langen Liste von Ausfällen, Gelassenheit zu demonstrieren. "Machen Sie sich keine Gedanken, elf Mann werden wir gegen Vigo schon zusammen bekommen", sagte der Coach. Ohne Ivan Klasnic, Frank Baumann und Tim Borowski muss er schon länger auskommen, die im Winter verpflichteten Peter Niemeyer und Markus Rosenberg dürfen im Uefa-Cup nicht eingesetzt werden.

Auch der Einsatz von Miroslav Klose, der sich beim Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum eine Rückenverletzung zuzog, ist fraglich. Der Nationalstürmer, der beim Abschlusstraining fehlte, reise kurzfristig zur Behandlung nach Donaustauf ab. Die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von Klose sank damit deutlich. "Wir müssen abwarten, ob eine Chance besteht und er dabei ist", sagte Schaaf. Kloses letzter Kommentar vom Vortag lautete: "Mir und meinem Rücken geht es besser, ich möchte aber keine Prognose abgeben, ob ich am Mittwoch dabei bin."

In Hugo Almeida und Daniel Jensen hat Schaaf zwei weitere Wackelkandidaten, die zuletzt angeschlagen waren, aber beim Abschlusstraining zumindest vorsichtig mitmachten. "Wenn das Spiel heute wäre, ginge es nicht", sagte Jensen am Dienstag. Almeida meinte: "Es sieht ganz gut aus." Eine Entscheidung, wer tatsächlich spielen kann, fällt möglicherweise erst nach einem letzten Test vor dem Spiel.

Frühzeitig festlegen hingegen konnte sich Leverkusens Trainer Michael Skibbe. Im Uefa-Cup-Rückspiel am Mittwoch (18.15 Uhr/live im ZDF) gegen Lens in der BayArena erhält Torwart René Adler Vorzug vor dem ehemaligen Nationaltorhüter Jörg Butt. Adler war zuletzt ein starker Rückhalt in der Bundesliga. "Dass ist klasse, was der momentan hält", lobte Mittelfeldspieler Simon Rolfes seinen 22-jährigen Schlussmann. Zuletzt parierte dieser beim torlosen Remis gegen den Hamburger SV einen Elfmeter.

Nur drei Tage nach dem letzten Bundesligaspiel kämpfen Leverkusen und Werder um den Einzug in das Viertelfinale. Einen Kräfteeinbruch - wegen der nur kurzen Erholungsphasen - befürchtet Rolfes nicht: "Zwei Tage hatten wir Zeit zum Verschnaufen. Und dann gilt es, richtig Gas zu geben." Das wird auch nötig sein, denn die Ausgangssituation ist für den Werksklub nicht ideal. Nach dem 1:2 im Hinspiel benötigt Leverkusen einen Erfolg, um das Viertelfinale des Uefa Cups zu erreichen. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler bleibt dennoch optimistisch: "Wir haben mit den Blackburn Rovers einen englischen Premier Club ausgeschaltet. Deshalb haben wir gegen Lens keine Angst". Sein Trainer, Michael Skibbe, gibt sich vorsichtiger: "Die Franzosen haben eine kleinen Vorteil. Es wird schwer, aber es ist machbar".

Skeptischer blickt Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser der Partie gegen den französischen Tabellen-Zweiten entgegen. "Natürlich ist das 1:2 kein schlechtes Ergebnis, aber ein 1:1 wäre besser gewesen", meinte er. Schließlich stehe der RC Lens in der französischen Liga, die stärker als die Deutsche sei, souverän an zweiter Stelle. "Außerdem haben die Franzosen in dieser Saison schon 41 Tore geschossen, was zeigt, dass sie auch auswärts stark sind." Um diese Stärke zu bekämpfen, hat Leverkusen einen Adler zwischen den Pfosten.