Die rechte Szene werde immer selbstbewusster, sagte der Abteilungschef des Bundeskriminalamtes (BKA) für Polizeilichen Staatsschutz, Klaus Wittling. Das zeigte sich an ihren zunehmend öffentlich gewählten Tatorten und an provokanten Auftritten gerade in linken Stadtteilen oder alternativen Hochburgen. Immer mehr Hohlköpfe© ZEIT online

Abschließende Zahlen zu den rechten Straftaten liegen noch nicht vor. Die oberste deutsche Ermittlungsbehörde sprach jedoch von einem deutlichen Anstieg . Dies betreffe vor allem Propagandadelikte. Aber auch bei Gewalttaten zeige die Tendenz nach oben. Diese Taten ereigneten sich häufig in der Konfrontation mit politischen Gegnern oder hätten fremdenfeindlichen Hintergrund.

Beflügelt werde der rechte Aufschwung durch die jüngsten Erfolge rechtsextremer Parteien bei Wahlen und durch die große Medienpräsenz rechter Demonstrationen, sagte Wittling. Zudem konstatierten Sicherheitsbehörden, dass rechtsextreme Parteien intensiver als früher zusammenarbeiteten. Ihr Bemühen, eine sogenannte rechte "Volksfront" zu bilden, sei nicht zu bestreiten.

Möglich ist aber auch, dass wegen der starken Polizeipräsenz etwa während der Fußball-Weltmeisterschaft derartige Taten im Jahr 2006 einfach stärker wahrgenommen worden sind als bisher. Laut BKA gibt es jedenfalls keine Anhaltspunkte für verfestigte Strukturen eines "Rechtsterrorismus". Ein deutlicher Anstieg sei vor allem bei den sogenannten Propaganda-Delikten zu verzeichnen.