Die Freilassung der seit knapp zwei Wochen festgehaltenen Soldaten wurde nicht an Vorbedingungen geknüpft. Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte am Mittwoch, er habe die Soldaten begnadigt, dies sei ein Geschenk an das britische Volk. Die Festnahme hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Ahmadinedschad signalisierte zugleich seine Bereitschaft, mit den USA wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Die Regierung in London reagierte erleichtert auf die Ankündigung. "Wir begrüßen, was der Präsident über die Freilassung unserer 15-köpfigen Besatzung gesagt hat", sagte eine Sprecherin von Premierminister Tony Blair. Die Regierung habe Kontakt aufgenommen, um die Einzelheiten der Freilassung zu klären.

Auch die USA begrüßten den iranischen Schritt. Für die EU-Ratspräsidentschaft äußerte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Hoffnung, dass der Ankündigung schnellstmöglich Folge geleistet werde. "Ich freue mich in erster Linie mit den Seeleuten", sagte er in Berlin.

Ahmadinedschad kündigte seine Entscheidung mit den Worten an: "Sie sind nach dieser Pressekonferenz frei und können zu ihren Familien zurückkehren." Er warf der Regierung in London zwar vor, für das Eingeständnis ihres Fehlers nicht mutig genug gewesen zu sein. Er verlangte aber keine Gegenleistung für den iranischen Schritt und schloss einen Zusammenhang mit anderen Konflikten aus. "Sie wurden begnadigt", erklärte Ahmadinedschad. "Wir nehmen eine menschliche Haltung ein, keine materialistische oder politisierte."

Die Briten werden offiziellen iranischen Angaben zufolge noch am Donnerstag per Flugzeug nach Hause zurückkehren. Nach der Pressekonferenz veranstaltete Ahmadinedschad sogar eine Feier anlässlich der Freilassung. Es war zunächst unklar, an wen die Briten übergeben oder wohin sie nach der Feier gebracht werden sollten.

Bei der Feier im Präsidentenpalast begrüßte Ahmadinedschad die Briten persönlich und führte in offensichtlich gelockerter Atmosphäre Gespräche mit ihnen. Er wünschte ihnen viel Glück und scherzte über einen Zwangsurlaub der Soldaten. Die Marineangehörigen trugen zivile Anzüge. Die einzige Frau in der Gruppe, Faye Turney, erschien mit einem blauen Kopftuch.