AN BORD DER FGS BREMEN , Golf von Aden
Während die Nachrichten täglich an die Kriege im Irak und in Afghanistan erinnern, wird andernorts, von der Öffentlichkeit fast vergessen, eine andere Art Konflikt, ein "leiser Krieg" ausgetragen. Hier an Bord der deutschen Fregatte FGS Bremen , deren Hauptaufgabe die Kontrolle der offenen See rund um die Arabische Halbinsel und das Horn von Afrika ist, wird dieser Krieg geführt: gegen Menschenhandel, Drogen- und Ölschmuggel, Piraterie, Waffentransporte – und gegen das Eindringen von Dschihadisten nach Somalia und in den Jemen. Militärbefehlshaber hoffen so die Deckung internationaler terroristischer Organisationen wie al-Qaida zu verhindern.

Die "Combined Task Force 150" (CTF-150) ist für dieses Seegebiet zuständig. Sie besteht aus einer Armada an Fregatten, Zerstörern und Versorgerschiffen aus insgesamt zehn Ländern: Frankreich, Großbritannien, den Vereinigen Staaten, Pakistan, Singapur, Bahrain, Dänemark, den Niederlanden, Kanada und Deutschland.

Die CTF-150 ist Teil der amerikanischen Fünften Flotte und der Operation Enduring Freedom mit der Kommandozentrale in Bahrain, die den Krieg in Afghanistan (aber nicht den im Irak, wie die Mannschaft der Bremen stets betont) umfasst. Die Seeleute der Einsatztruppe fühlen sich nicht wie im Krieg. Vielmehr sehen sie sich als Beschützer einer der wichtigsten See- und Versorgungsverbindungen in den Westen: Mehr als die Hälfte des weltweiten Rohöls müssen hier hindurch.

"Unser Job ist im Prinzip zu vergleichen mit Polizisten auf Streife", sagt der Sprecher der Einsatztruppe, Kapitänleutnant Brian "Grassy" Meadows von der britischen Royal Navy, die bis zur Übergabe an die Franzosen Anfang April das Oberkommando über die Truppe innehat. Meadows und die Besatzung der Bremen , die bereits in ihrem 25. Dienstjahr für die Deutsche Marine ist, bestehen darauf, dass es bei ihrem Job weniger darauf ankommt, wie viele Terroristen sie erschießen, sondern vielmehr darauf, wie viele sie abschrecken.

Ein unterbesetzter Krieg