Einer der wichtigsten Windradbauer der Welt war einmal eine Textilfabrik: Das indische Unternehmen Suzlon, das sich mit dem französischen Atomgiganten Areva derzeit einen Übernahmekampf um den Hamburger Windanlagenbauer Repower liefert , litt lange unter den Unzulänglichkeiten des teuren, aber maroden indischen Energiesystems. Bis Firmenchef Tulsi Tanti vor rund zehn Jahren sein erstes Windrad in Deutschland kaufte, um endlich unabhängig zu werden vom teuren Staatsstrom.

Das klappte so gut, dass Suzlon mittlerweile keine Textilien mehr herstellt, sondern selbst Windräder baut. Nun will das Unternehmen den Hamburger Windkraftanlagenbauer Repower kaufen, um weltweit zu expandieren.

Tulsi Tanti möchte mit der Hilfe Repowers zum drittgrößten Windanlagenbauer der Welt aufsteigen. Dafür ist er bereit, einiges zu zahlen: Am Dienstag stockte er sein Angebot um knapp ein Fünftel auf 150 Euro je Aktie auf und zog damit ein zweites Mal am Konkurrenten Areva vorbei.

Tanti hofft auf die "potenziellen Synergien, die Suzlon Repower bieten kann". Er plant ein vollständig integriertes Windkraft-Unternehmen, das von den Einzelteilen bis zur Turbine alles selbst herstellt. Der Atomkonzern Areva hingegen will sich das Geschäft mit erneuerbaren Energien neu erschließen.

Repower ist so begehrt, weil die Windkraft derzeit als renditeträchtiger Wachstumsmarkt gilt. Die deutschen Windanlagenbauer gehören weltweit zu den führenden der Branche. Für sie sehen Experten neue Geschäftschancen im Ausland und vor allem weit vor der Küste. Dort werden besonders große Windräder eingesetzt, die nur wenige Unternehmen bauen können. Unter ihnen ist auch Repower .