Der laut UN-Charta für den Weltfrieden zuständige Sicherheitsrat wird sich am 17. April erstmals mit dem Klimawandel befassen. Vor allem Großbritannien hat sich dafür stark gemacht, das Thema auf die Tagesordnung des Rates zu setzen. "Die traditionellen Auslöser von Konflikten werden durch die Effekte des Klimawandels vermutlich noch verschärft", sagte der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry am Mittwoch vor der Presse in New York.

Großbritannien, das im April die Präsidentschaft im Sicherheitsrat übernimmt, hält die Auswirkungen des Klimawandels auf die globale Sicherheit für so bedeutsam, dass Außenministerin Margaret Beckett die Debatte selbst leiten wird. Normalerweise nehmen nur die UN-Botschafter der 15 Mitglieder des Rates an den Beratungen teil. Wegen der Bedeutung des Problems habe Großbritannien aber auch die anderen Außenminister zu der Debatte eingeladen, sagte Jones Parry.

Unterdessen haben die großen Luftverschmutzer USA, Russland und China versucht, den neuen UN-Klimareport immer weiter abzuschwächen. Bei den Verhandlungen über die Schlussfassung des Berichts in Brüssel meldeten die drei Staaten wiederholt Änderungswünsche bei den Formulierungen an. Von den Russen heißt es, sie seien regelrecht auf Konfrontationskurs. Die Studie soll die drohenden Folgen des Klimawandels beschreiben.

Wie es weiter hieß, bezweifelt die Verhandlungsrunde die Zuverlässigkeit der aus Russland gelieferten Daten. Die Forscher hätten diese zum Teil nicht anerkannt. Das verärgere die Russen. «Die haben dann erst einmal alles blockiert», hieß es aus den Delegationen. Die USA seien unter anderem bemüht, Äußerungen zum drohenden Wassermangel abzuschwächen. Unabhängig vom Verlauf der Konferenz mehren sich alarmierende Hinweise auf spürbare Folgen für Mensch und Natur durch die Erderwärmung. Die Nordsee ist im März so warm wie sonst im Mai. Tropische Blaualgen breiten sich inzwischen bis Norddeutschland aus.

Seit Montag beraten Delegationen aus mehr als 100 Staaten in der belgischen Hauptstadt über den Klimabericht. Bis zu diesem Freitag soll die endgültige Fassung festgeschrieben sein. Wie aus den Verhandlungen bekannt wurde, waren vor allem die Russen auf Konfrontationskurs. Auch die USA drohten, das Projekt komplett scheitern zu lassen. Delegierte beider Länder äußerten Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Studie. Die Klimaexpertin Gabriela von Goerne, die für die Umweltorganisation Greenpeace die Gespräche verfolgt, rechnete damit, dass bis spät in die Nacht zum Freitag um einen politischen Kompromiss gefeilscht wird.

Ein erster Entwurf des Berichts des Klimarats der Vereinten Nationen (IPCC, Intergovernmental Panel on Climate Change) zeichnet ein düsteres Bild. Etwa ein Fünftel der Tier- und Pflanzenarten sei vom Aussterben bedroht. Hitze, Smog und Unterernährung machten immer mehr Menschen krank. Naturkatastrophen wie Fluten oder Dürren werden häufiger.