Wie die Financial Times Deutschland in ihrer Mittwochausgabe berichtet, sollen die beiden inzwischen entlassenen Mitarbeiter jahrelang die Schlusskurse der Vorzugsaktien von Metro , BMW und Volkswagen manipuliert haben. Zugleich wetteten sie ihr Geld darauf, dass die Kursdifferenz (Spread) zwischen Vorzugs- und Stammaktien dieser Konzerne sinken werde. So erzielten sie hohe Buchgewinne und sicherten sich großzügige Bonuszahlungen. Was passierte bei der West LB? Die Bank erstattete Anzeige und äußert sich nicht zu Details

Seit 2001 sollen die beiden Kursmanipulationen im großen Stil betrieben haben - bis ihre Wette doch fehlschlug und die krummen Geschäfte aufflogen. Erst als Porsche für Volkswagen bot, seien die Händler gestoppt worden. Weil Porsche nur Stammaktien kaufte, nicht aber Vorzugsaktien, sank der Wert der letzteren deutlich stärker. Der Spread wuchs so sehr, dass die Händler mit ihren Manipulationen nicht mehr dagegen angekommen seien.

Die West LB hat inzwischen gegen die beiden verantwortlichen Ex-Mitarbeiter, unter ihnen ein Bereichsleiter, Strafanzeige gestellt. Ihnen werde ein Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz und das Strafgesetzbuch zur Last gelegt, erklärte die Bank am Dienstag.

Um die Vorgänge auch intern zu untersuchen, habe man mit Experten einer Anwaltskanzlei, der Investmentbank JP Morgan und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young eine Kommission gebildet. Thomas Fischer, der Vorstandschef der West LB, erklärte am Dienstag, die Bank wolle "vorbehaltlos" aufklären, was geschehen ist.

Die West LB lehnte eine Stellungnahme zu einzelnen Positionen im Eigenhandel, wie der Wertpapierhandel der Banken auf eigene Rechnung auch genannt wird, ab. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass etwaige Manipulationen seit Jahren liefen. Allerdings dauerten die Untersuchungen noch an, im Falle der Staatsanwaltschaft stünden sie sogar erst vor dem Beginn.

Auch dazu, wie die Verluste entstanden seien und wie hoch sie seien, wollte sich kein Vertreter der Bank äußern. Die Financial Times Deutschland ( FTD ) schrieb schon in früheren Berichten von 100 Millionen Euro . Am Mittwoch zitierte sie zudem einen bankinternen "Experten" mit der Behauptung, die Bank müsse geschätzte 300 Millionen Euro zurückstellen, um ihre Verluste zu decken.