Bei zwei Schießereien auf dem Gelände der Polytechnischen Universität Blacksburg sind am Montag nach Angaben des US-Fernsehsenders Fox News bis zu 32 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem wurden zahlreiche Menschen verletzt. Der US-Sender Fox News meldete unter Berufung auf US-Behörden, die meisten Opfer der Schießerei auf dem Campus der technischen Hochschule von Virginia seien Studenten. Die Polizei hatte zuvor von mehr als 20 Opfer gesprochen.

Unter den Toten ist der Polizei zufolge auch der Schütze. Über die Identität des Einzeltäters und die Motive wurde zunächst nichts bekannt. Universitätspräsident Charles Steger sprach von einer "Tragödie monumentalen Ausmaßes". Die Universität befinde sich "in tiefem Schock, und wir sind entsetzt".

Das Weiße Haus sprach den Familien der Toten sein Beileid aus. Präsident George W. Bush und die Nation bete für die Opfer und ihre Angehörigen, sagte Sprecherin Dana Perino.

Der Amokläufer begann nach Angaben der Polizei und Universitätsleitung am Morgen um 7.15 Uhr (Ortszeit). Zu diesem Zeitpunkt sei ein Notruf bei der Polizei eingegangen. In dem Wohnheim habe man dann einen der Toten entdeckt.

Zwei Stunden später, noch während die Beamten mit ihren Untersuchungen auf dem Universitätsgelände beschäftigt waren, seien Schüsse aus einem anderen Gebäude mit Vorlesungssälen gemeldet worden. Dort seien die übrigen Menschen getötet und die meisten verletzt worden.

Wie die Polizei andeutete, begann der Täter anscheinend während einer laufenden Vorlesung zu feuern. Auf die Frage, ob sich die Opfer zum Zeitpunkt des Blutbads in einem Klassenzimmer aufgehalten hätten, antwortet Campus-Polizeichef Wendell Finchum auf einer Pressekonferenz mit zitternder Stimme: "Ja."

Nach Finchums Worten wurden die Verletzten in umliegende Krankenhäuser gebracht. Mehrere von ihnen sollen sich in einem kritischen Zustand befinden. Wegen stürmischen Wetters konnten bei der Bergung der Verletzten keine Helikopter eingesetzt werden: Sie mussten in Krankenwagen transportiert werden.