"Es ist unmöglich, das russische Regime mit demokratischen Mitteln zu verändern", sagte Beresowski der britischen Zeitung Guardian mit Blick auf die Parlaments- und Präsidentenwahlen im kommenden Winter. Deshalb finanziere er Politiker aus dem Umfeld Putins, um einen Putsch gegen den Kremlchef vorzubereiten. Er stehe mit Teilen der politischen Elite Russlands in Kontakt, die seine Kritik an Putin unterstützten. Beresowski warf dem russischen Präsidenten vor, seinem Land zu schaden, indem er demokratische Reformen rückgängig mache, die Opposition unterdrücke und sich über die Verfassung hinwegsetze.

Der Milliardär hatte bereits früher zum Sturz Putins aufgerufen. Er hat den Kreml auch für den spektakulären Gifttod seines Mitarbeiters, des früheren KGB-Spions Alexander Litwinenko, im November 2006 verantwortlich gemacht.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow reagierte auf die neuerliche Ankündigung eines Staatsstreichs mit der Forderung nach Auslieferung Beresowskis, der in Großbritannien Asyl genießt. Außerdem verlangte Moskau in scharfer Form, ihm den Flüchtlingsstatus abzuerkennen. "Wir würden gerne glauben, dass Großbritannien niemals jemandem politisches Asyl gewährt, der mit Gewalt einen Regimewechsel in Russland herbeiführen will", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow dem Guardian .

Der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika leitete ein Strafverfahren gegen Beresowski wegen Aufrufs zum gewaltsamen Umsturz ein und forderte erneut seine Auslieferung durch die britische Regierung. Der Oligarch galt als einer der engsten Vertrauten von Putins Vorgänger Boris Jelzin, unter dem er zu seinem Reichtum gekommen war. Der Milliardär war im Jahr 2000 nach London ins Exil gegangen und hatte dort politisches Asyl erhalten. Mit seinem enormen Vermögen setzte er von London aus seinen Kampf gegen Präsident Putin fort.

Im vergangenen Jahr drohte der damalige britische Außenminister Jack Straw, Beresowski seinen Flüchtlingsstatus abzuerkennen, nachdem dieser bereits damals zum gewaltsamen Umsturz in Russland aufgerufen hatte. Ein britisches Gericht lehnte aber ein russisches Auslieferungsgesuch mit dem Hinweis ab, Beresowski genieße in Großbritannien Asyl.

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