Investoren haben es gerne, wenn es ein beherrschendes Thema gibt, an dem sie sich orientieren können. Sie brauchen sich dann nicht Gedanken zu machen, was die Märkte in der nächsten Zeit bewegt, denn sie folgen nur "der Masse".

Allerdings ist es nicht immer so einfach. Im Moment gibt es nämlich ein solches allgemein akzeptiertes Thema gar nicht. Kurzzeitig war es die Immobilienkrise, Carry Trades wurden auch für wenige Tage als Erklärungsmuster herangezogen. Beides aber hielt nicht länger als eine Woche.

Themen sind vor allem dann für Anleger lukrativ, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Haben sie die Märkte schon eine Zeit lang bewegt, verlieren sie schnell ihre Wirkungskraft. Also lohnt es sich, darüber nachzudenken, was als Nächstes kommen könnte.

In der vergangenen Woche haben die Notenbanken eine Vorlage geliefert. Die US-Notenbank gab bekannt, dass sie deutlich größere Inflationsgefahren sieht, als dies bisher von den Märkten realisiert wurde. Die EZB hat für die in Aussicht gestellte Zinserhöhung im Mai ebenfalls das Inflationsargument bemüht.

Allerdings ist auch hier die erste Überraschung schon vorbei. Längst haben die Märkte reagiert. Nun muss sich die Preissteigerung bemerkbar machen, sonst ereilt das Inflationsthema das gleiche Schicksal wie die anderen Themen der jüngsten Zeit. Aufgetaucht, kurz betrachtet und dann wieder vergessen.

Wenigstens kommt bald die Berichtsaison der Unternehmen. Die müssen Ausblick auf die weitere Gewinnentwicklung geben. So hat man bald also wieder etwas zum Reden.