Am Tabellenende gehen die ersten Lichter aus. Gladbach kann für die zweite Liga planen. Noch nie in der Geschichte der Bundesliga hat ein Schlusslicht in den letzten fünf Spielen noch sieben Punkte aufgeholt. Vorne ist alles wie gehabt: Schalke 59 Punkte, Bremen 57, Stuttgart 55 und Bayern 53. Werder spielt wieder souverän, Schalke auch. Für einen heißen Kampf um den Titel ist alles gerichtet, wobei München aus dem Meisterschaftskampf raus ist. Sechs Punkte Rückstand ist eine zu große Hypothek. Schalke und Werder müsste sich schon blöd anstellen, um die Bayern noch vorbeiziehen zu lassen.

Am Sonntag gab es für die Münchner wieder mal einen Duselsieg, das Resultat eines lustlosen Kicks. Leverkusen war einfach gnädig und ließ zweimal seinen jungen Torhüter Rene Adler ungestüm auf heranstürmende Holländer zurennen. Mark van Bommel und Roy Makaay sagten höflich Danke, schon war der Sieg eingefahren. Aber Uli Hoeneß und Oliver Kahn sind bescheidener geworden, sie reden nicht mehr von der Meisterschaft. Sie wollen die Saison "retten" und das bedeutet, sie müssen sich irgendwie noch auf Platz drei vorkämpfen. Der VfB Stuttgart wird dies am kommenden Samstag zu verhindern wissen.

Schon in der Champions League hat am Dienstag eine Rentnertruppe aus Mailand dem Rekordmeister seine Grenzen aufgezeigt. 38 Jahre ist Milans Paolo Maldini inzwischen alt, also noch ein Jahr älter als Oliver Kahn. Auch wenn der Abwehrchef nicht mehr der Schnellste ist, ist er allemal so abgeklärt, um den FC Bayern an die Wand zu spielen.

Alle Fußballfans der Republik werden die Champions-League-Abende mit den Bayern vermissen, die Abende mit den großen Ankündigungen und den bescheidenden Resultaten. Europa ohne München, das ist wie Politik ohne Gerhard Schröder. Irgendwie kann man sie irgendwann nicht hören und sehen die Lautsprecher der Republik, die mit "mir san mir" und basta das Land regieren und mit Geld und Dusel die Meisterschaft beherrschen. Aber wenn sie weg sind, fehlt dann doch etwas.

Wobei der Abgang von Gerhard Schröder vor zweieinhalb Jahren wesentlich mehr Stil hatte. "Ich bleibe Bundeskanzler", tönte der SPD-Politiker am Wahlabend in der Elefantenrunde der ARD und raunte seine CDU-Herausfordererin Angela Merkel böse an: "Sie möchten Bundeskanzlerin werden? Wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen." Noch können Hoeneß und Kahn nachziehen, am kommenden Samstag nach der Niederlage in Stuttgart bietet sich ihnen die Chance zu einem angemessenen Abgang: "Schalke will Meister werden? Da wird doch eher der Osterhase zum Weihnachtsmann."

Der letzte Uefa-Pokal-Auftritt des FC-Bayern liegt übrigens fast elf Jahre zurück und dauerte nicht lange. Das bislang letzte Uefa-Pokal-Spiel der Münchener fand am 24. September 1996 im Münchener Olympiastadion statt. 1:0 gewannen die Mannen um Trainer Giovanni Trapattoni gegen Valencia durch ein Eigentor von Navarro. Nur reichte dies nicht, um die 3:0-Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen. Sunnyboy Jürgen Klinsmann verschoss einen Handelfmeter und besiegelte das Aus in der ersten Runde.

Energie Cottbus hat noch nie europäisch gespielt. Reicht ja auch, dass die Ossis in der Bundesliga mitkicken dürfen und ansonsten munter Fördergelder aus dem Solidarpakt verbuddeln, möchte man meinen. Weit gefehlt: Wenn die Lausitzer so weitermachen und am 19. Mai immer noch auf dem siebten Tabellenplatz stehen, könnten sie sich mit etwas Glück über den UI-Cup noch für den Uefa-Pokal qualifizieren. Mit 3:2 wurden am Samstag die Wolfsburger abgefertigt. Sergiu Radu schoss das erste Tor nach Vorlage seines Landsmanns Vlad Munteanu. Das zweite Tor besorgte dieser selbst. Die Cottbusser Rumänien-Connection hat zusammen schon 21 Tore erzielt und quasi im Alleingang den Klassenerhalt gesichert.