Aus Saudi-Arabien war zu hören, Sudan habe der Stationierung von UN-Friedenstruppen in der Krisenregion Darfur zugestimmt. Die Regierung in Khartum habe dazu ein entsprechendes Abkommen mit den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (AU) unterzeichnet, meldete die amtliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA. Der sudanesische Präsident Omar al-Baschir habe dem saudischen König Abdullah über die Vereinbarung in Kenntnis gesetzt, in der die Rolle und die Pflichten von afrikanischen und UN-Kräften festgeschrieben seien. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Mit dieser Bekanntgabe greift der Sudan den am Montag stattfindenden Beratungen zwischen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor. Bei den Gesprächen in New York soll es um die Lage in der westsudanesischen Krisenprovinz Darfur gehen. Der EU-Ratspräsident wird dazu auch den Kommissionschef der Afrikanischen Union (AU), Alpha Oumar Konaré, treffen. Ziel der Vereinten Nationen und der AU sollte sein, den Druck auf die sudanesische Regierung zu erhöhen, damit diese der geplanten gemeinsamen Darfur-Friedenstruppe mit 20.000 UN-Blauhelmsoldaten und
afrikanischen Soldaten zustimmt. Parallel zu der Konferenz berät der Weltsicherheitsrat mit Konaré sowie den Sonderbeauftragten von UN und AU für Darfur, Jan Eliasson und Salim Salim, über den Stand ihrer Verhandlungen mit Khartum.

Bereits vergangene Woche war Bewegung in die Verhandlungen zwischen den Vereinten Nationen und dem Sudan gekommen, als die Regierung in Karthum zustimmte, dass UN-Hubschrauber in Darfur eingesetzt werden. In der Krisenregion sind bereits 7000 Friedenssoldaten der Afrikanischen Union stationiert, deren Verstärkung durch 3000 UN-Soldaten hatte die sudanesische Regierung jedoch bislang abgelehnt. Die schlecht ausgestatteten, unterfinanzierten AU-Soldaten waren bislang nicht in der Lage, die Gewalt in Darfur zu stoppen. Seit vier Jahren wütet in der Provinz ein Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Milizen, der bisher 200.000 Todesopfer forderte. 2,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht .

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