Ein Zaubertor von Antonio da Silva hat dem VfB Stuttgart die große Chance auf den ersten Titel seit zehn Jahren beschert. Der Brasilianer erzielte mit einem sehenswerten Freistoß in der 16. Minute den Siegtreffer. Vor 29.000 Zuschauern in der fast ausverkauften Volkswagen Arena bestimmte der VfB besonders in der ersten Halbzeit das Spiel. So sehr Wolfsburg sich kämpferisch mühte, Stuttgart ging auch in der Defensive absolut resolut zu Werke.

In die zweite Hälfte startete Wolfsburg mit Offensivgeist, drückte auf den Ausgleich - und hatte Pech bei einer Abseitsentscheidung: Ein vermeintlich regulärer Treffer von Marcelinho (52.) wurde von Schiedsrichter Wolfgang Stark nicht anerkannt. Zum Schluss beorderte Trainer Klaus Augenthaler sogar noch Verteidiger Alexander Madlung ins Sturmzentrum. Einzige Chance blieb aber ein Freistoß von Marcelinho (85.), der über das Tor ging.

Die Stuttgarter treffen am 26. Mai im Berliner Olympiastadion auf den 1. FC Nürnberg, der sich am Vorabend mit 4:0 gegen Eintracht Frankfurt das Endspiel-Ticket gesichert hatte. Sie haben nun die Chance zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal zu gewinnen. Zuletzt hatten die Stuttgarter 1997 unter dem heutigen Bundestrainer Joachim Löw den Pokal geholt. Als Tabellendritter der Bundesliga können die Schwaben sogar noch vom Double träumen und gehen selbstbewusst in den Gipfel gegen Verfolger Bayern München am Samstag.

Schon zum vierten Mal im Pokal musste sich Wolfsburg den Stuttgartern geschlagen geben – und kann sich nun ganz auf den Kampf um den Klassenverbleib in der Bundesliga konzentrieren. Jubel löste der Stuttgarter Erfolg derweil in Nürnberg aus. Da der VfB über seine Liga-Platzierung sicher in den Europapokal einziehen dürfte, ist den Franken auch bei einer Finalniederlage die Teilnahme am UEFA-Pokal praktisch sicher.