ZEIT Online: Besteht die Gefahr einer Destabilisierung des Maghreb?

Werenfels: Nein, denn es handelt sich bei al-Qaida im Maghreb nicht um eine Massenbewegung. Der Unterschied zu den 1990er Jahren ist vor allem, dass damals eine Massenbewegung um einen Wahlsieg betrogen wurde, was zu einer enormen Solidarisierung in Teilen der Bevölkerung geführt hat. Diejenigen, die derzeit für die Islamische Heilsfront (Front Islamique du Salut/FIS) bei den Parlamentswahlen 1991/92 gestimmt haben, fühlten sich verraten. Die Wahlen waren nach dem sich abzeichnenden Sieg der FIS abgebrochen worden. Die jungen radikalen Kräfte gingen daraufhin in den Untergrund. Heute ist es so, dass die Anhänger der al-Qaida im Maghreb nur einen sehr kleinen Prozentsatz ausmachen. Einen verschwindend kleinen sogar, aber eben mit großer Wirkung.

Die Fragen stellte Wiebke Fleig

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Beruf Terrorist - Jochen Bittner bloggt über Terrorismus und Geheimdienste. "