Ein Brief des Chefinspektors der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA an Wien hat die Informationen bestätigt, dass Iran etwas mehr als 1000 Zentrifugen zur Anreicherung von Uran installiert hat und dass es bereits „etwas“ Urangas in die Anlage gefüllt hat.

Damit wird belegt, dass die Ankündigungen des Teheraner Regimes, nunmehr in industriellem Maßstab Uran anzureichern, aus der Luft gegriffen waren. Zugleich allerdings belegt dieser Brief ( hier als pdf-Dokument ), dass Iran nicht bereit ist, die Anreicherungsarbeiten auszusetzen und damit den Forderungen der Vereinten Nationen zu entsprechen.

Wichtiger als diese Details ist indessen ein anderes: Offenbar ist es zu einer Absprache über die Überwachungsmaßnahmen gekommen.

Das Schreiben lässt sich so verstehen (und andere Quellen bestätigen es), dass die IAEA nicht mehr auf einer Hochgeschwindigkeitsübertragung der Bilder aus ihren Überwachungskameras besteht, die in der Anreicherungsanlage von Natanz installiert sind. Nicht, weil die Behörde eingeknickt sei, sondern vielmehr scheint man sich auf Regeln über kurzfristig angekündigte Inspektionen geeinigt zu haben - was angesichts der geringen Zahl von Zentrifugen ausreichen mag.

Wie so oft im Nuklearpoker wird also mit technischen Details symbolisiert, was die jeweilige Seite will. Diesmal gibt Iran zu erkennen, dass durchaus verhandelt werden kann, doch nicht unter einer Vorbedingung, die das Regime als Schlappe wahrnehmen muss; das Ob und Wie der Urananreicherung ist in Iran zur Frage der nationalen Souveränität stilisiert worden (GvR) .

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