Unterstützung fand Oettinger dagegen in der eigenen Partei. CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus nannte die Rede "eine gute, ausgewogene und dem gesamten Leben von Professor Filbinger angemessene Würdigung". Auch der JU-Vorsitzende Steffen Bilger nahm seinen Ministerpräsidenten in Schutz. "Ich glaube, viele Anwesende haben es als befreiend empfunden, dass Oettinger einige Dinge mal klargestellt hat." Er sei "überrascht über diese Diskussion".
Auch der frühere Stuttgarter Kultus- und Finanzminister Gerhard Mayer-Vorfelder (CDU), der lange Jahre Mitarbeiter Filbingers war, verteidigte Oettinger: "Es war mutig, aber richtig, was er gesagt hat." Mayer-Vorfelder warnte Kritiker vor falschen Schlussfolgerungen über das Verhalten während der Nazi-Zeit: "Jeder soll froh sein, wenn er nicht in diese Zeit hineingeboren wurde."
Nach Informationen von Spiegel online haben Berater Oettingers vor der Trauerfeier unterschiedliche Varianten der Oettinger-Rede diskutiert. Dabei setzten sich im Stuttgarter Staatsministerium die Konservativen mit dem Lob für Filbingers angebliche Nazi-Gegnerschaft durch. Schließlich habe "ein sehr konservativer Mitarbeiter" die Rede geschrieben.
Filbinger war im Alter von 93 Jahren gestorben. Er hatte Baden-Württemberg von 1966 an regiert. 1978 trat er zurück, nachdem mehrere Todesurteile gegen Deserteure bekannt geworden waren, an denen er als NS-Marinerichter gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mitgewirkt hatte. Filbinger selbst hatte eingeräumt, in den letzten Kriegsmonaten an solchen Todesurteilen beteiligt gewesen zu sein. Er hatte aber zum einen darauf verwiesen, dass Urteile ohnehin nicht hätten vollstreckt werden können, da die Verdächtigten sich bereits abgesetzt hätten. Zum anderen sei er in der nationalsozialistischen Justiz auch weisungsgebunden gewesen.
Zum Thema
"Kein Nationalsozialist"
-
Günther Oettinger rechtfertigt auf der Trauerfeier Hans Filbingers dessen Tätigkeit als Marinerichter während der NS-Zeit "
Chronik einer Verstrickung
-
Hans Filbinger trat 1978 als Ministerpräsident zurück, als durch einen Artikel in der ZEIT seine NS-Vergangenheit bekannt wurde. ZEIT online dokumentiert die Debatte "
Unterstützung fand Oettinger dagegen in der eigenen Partei. CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus nannte die Rede "eine gute, ausgewogene und dem gesamten Leben von Professor Filbinger angemessene Würdigung". Auch der JU-Vorsitzende Steffen Bilger nahm seinen Ministerpräsidenten in Schutz. "Ich glaube, viele Anwesende haben es als befreiend empfunden, dass Oettinger einige Dinge mal klargestellt hat." Er sei "überrascht über diese Diskussion".
Auch der frühere Stuttgarter Kultus- und Finanzminister Gerhard Mayer-Vorfelder (CDU), der lange Jahre Mitarbeiter Filbingers war, verteidigte Oettinger: "Es war mutig, aber richtig, was er gesagt hat." Mayer-Vorfelder warnte Kritiker vor falschen Schlussfolgerungen über das Verhalten während der Nazi-Zeit: "Jeder soll froh sein, wenn er nicht in diese Zeit hineingeboren wurde."