Angesichts der mit dem Klimawandel verbundenen weltweiten Sicherheitsrisiken hat der UN-Sicherheitsrat das Thema erstmals aufgegriffen. Auf Initiative der Veto-Macht Großbritannien setzte das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen am Dienstag die Frage auf die Tagesordnung, welche Gefahren für den Weltfrieden durch die zunehmende Erwärmung der Erde entstehen.

China, Russland und einige Entwicklungsländer signalisierten im Vorfeld der Debatte allerdings große Skepsis: "Der Sicherheitsrat ist nicht der richtige Ort für dieses Thema", erklärte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin. "Wir haben nicht dagegen gestimmt, sind aber nicht begeistert davon."

Für die Beratung war zunächst eine Reihe von Reden und Wortmeldungen geplant, aber keine Resolution. Zur Leitung der Sitzung reiste Außenministerin Margaret Beckett nach New York. Großbritannien hat derzeit den Vorsitz des Sicherheitsrats inne.

In einem sogenannten Konzeptpapier zur Vorbereitung der Diskussion warnte die Regierung in London vor allem vor den konfliktschürenden Folgen des Klimawandels: Internationale Konflikte würden weiterhin aus anderen Gründen ausbrechen. Die vielfältigen Konsequenzen der Erderwärmung wie Wasserarmut, Landverlust und die Versteppung landwirtschaftlicher Flächen drohten jedoch bisherige Auslöser zu verstärken. Auch werde der Klimawandel den bereits existierenden Wettlauf um die Energievorkommen der Erde verschärfen, hieß es in dem Papier, das Anfang des Monats vorgelegt wurde.

Großbritannien lud zu der Sitzung zudem Regierungsvertreter einiger Staaten ein, die mit starken Folgen des Klimawandels rechnen müssen. So soll unter anderem ein Minister der Malediven teilnehmen, die wegen steigender Meeresspiegel durch die Erderwärmung zu versinken drohen.