David-Ivar Herman Düne zeichnet komische Sachen: Ufos sehen bei ihm wie Fallschirme aus, Vögel ziehen Funktürme hinter sich her. Manchmal findet eine Sprechblase Platz: "Woo-Wooo-Woo" heißt es dann oder "Indie Rock Is Very Very Good". Solche Bilder schmücken die Plattenhüllen, Konzertplakate und T-Shirts seiner Band Herman Düne, die sich neuerdings ohne Umlaut schreibt: Herman Dune.

Zusammen mit seinem Bruder André hat er unter diesem Projektnamen in den vergangenen sieben Jahren acht Alben veröffentlicht. Schöne akustische Popnummern aus dem Wohnzimmer mit lakonischen Texten. Vom Sommerlager sangen sie, von der Liebe und vom Westen Amerikas. Musikalische Anekdoten zweier Weltreisender.

Den Kritikern galt das anfangs als Antifolk ; inzwischen ist es mehr als das und gefällt allmählich auch einem größeren Publikum. Giant , das aktuelle Album, ist bei einem großen Label erschienen. Was zuvor nur in Mono zu haben war, gibt es heute opulent: mit Bläsern, zwei Schlagzeugern, Hintergrundsängerinnen, Ukulele und verspielten Gitarrenlinien. In Frankreich haben Herman Dune die kleinen Konzertsäle seit geraumer Zeit verlassen. Hierzulande sind sie noch zu entdecken.

Giant sei die Platte, von der sie seit Mas Cambios (2003) geträumt hätten, erzählt uns David-Ivar Herman Dune am Telefon. "Bislang hatten wir weder die Zeit noch das Geld, ein Album so aufzunehmen." Drei Wochen seien sie auf Kosten des Labels im Studio in Wales gewesen. Ein Luxus für Musiker, die früher schon mal live in einem Süßwarengeschäft oder über Nacht in einer schwedischen Sauna ihre Kompositionen eingespielt haben.

Im Pop’in, einer kleinen Bar im 11. Pariser Arrondissement, lädt David-Ivar Dune an drei Sonntagen im Monat zur offenen Bühne. Ein paar Stufen geht es hinauf und hinunter, und man sitzt in einer französischen Variante des Sidewalk Cafés. Auf der kleinen Bühne folgt Rap auf Folk und schwedische Folklore.

Woher die Musiker von Herman Dune kommen, bleibt rätselhaft. Auf ihrer MySpace-Seite steht Monte-Carlo, New York, Israel. Über Jahre hinweg hatte es unwidersprochen geheißen, André und David-Ivar seien nach Frankreich emigrierte Schweden. Dem englischen Magazin Plan B erzählte David-Ivar dann kürzlich von seiner Bar Mitzwah und seinem Vater, der mit jüdisch-spanischer Folklore aufgetreten sei. Was stimmt denn nun?