Vertreter von Senat und Repräsentantenhaus einigten sich in Washington mit der Mehrheit der Demokraten auf ein Wehretatgesetz, über das in den kommenden Tagen in beiden Häusern des Kongresses abgestimmt werden soll. Das Gesetz sieht vor, dass schon in diesem Jahr mit einem Rückzug der US-Kampftruppen aus dem Irak begonnen wird. Spätestens am 1. April 2008 soll der Abzug abgeschlossen sein. Nur unter dieser Bedingung sollen weitere Gelder für den Irakkrieg bereitgestellt werden. 

Bush bekräftigte, er werde das Gesetz mit einem Veto stoppen. "Ich glaube, künstliche Zeitpläne für einen Truppenabzug wären ein Fehler", sagte Bush. "Politiker in Washington sollten den Generälen vor Ort nicht erzählen, wie sie ihren Job zu erledigen haben."

Die Demokraten werfen Bush vor, die Realität im Irak zu leugnen und an einer falschen Strategie für das Land festzuhalten. Mehr als vier Jahre nach dem Einmarsch der US-geführten Truppen in den Irak vergeht dort kaum ein Tag ohne Anschläge, Entführungen, Raubüberfälle oder Kämpfe.

Der Führer der demokratischen Mehrheit im Senat, Harry Reid, hielt Bush entgegen, dessen jüngsten optimistischen Äußerungen über den Irak stünden im Widerspruch zu der wachsenden Zahl der Opfer und den anhaltenden Konflikten zwischen den Bevölkerungsgruppen. "Ungeachtet der Schönrederei des Präsidenten gibt es keinerlei Fortschritte." Auch die vor drei Monaten beschlossene Verstärkung der US-Truppen im Irak habe keine positiven Ergebnisse gebracht. Der Kongress werde nun nicht mehr länger "die Inkompetenz und die Unredlichkeit der Bush-Regierung" hinnehmen.