Sechzehn Jahre lang war Volker Finke Trainer des SC Freiburg, Sympathieträger und Aushängeschild des Vereins. Eine längere Amtszeit hat es im deutschen Profifußball nie gegeben. Im Dezember 2006 kam es zum bösen Erwachen: der Vorstand verkündete das Aus der Zusammenarbeit mit seinem Coach. Eine Platzierung im unteren Tabellenbereich und der drohende Abstieg hatten letztlich den Ausschlag gegeben.

Am Sonntag rechnete Finke ab. Seine Verabschiedung im badenova-Stadion nutzte der 59-Jährige für einen Rückblick der besonderen Art. "Der Vorstand hat uns 14 Jahre lang den Rücken freigehalten", sagte Finke, nicht ohne eine gehörige Portion Sarkasmus. Demonstrativ verweigerte er den zeremoniell überreichten Blumenstrauß von Präsident Achim Stocker.

Die Fronten waren bereits zuvor derart verhärtet, nicht einmal der einsetzende Erfolg konnte Harmonie  stiften: weder die Aufholjagd, die kurz vor Saisonende noch den Aufstieg in die Bundesliga möglich scheinen ließ, noch die Fan-Bewegung "Wir sind Finke!" veranlassten den Vorstand zur Kehrtwende.

Während  die einen dem Kult-Trainer Finke nachtrauern, sehen andere einem Neuanfang mit Robin Dutt entgegen. Dutt, derzeit Trainer des Regionalligisten Stuttgarter Kickers, spaltet nicht nur die Fans in zwei Lager. Auch vereinsintern gibt es Stimmungsschwankungen. "Mit Manager Andreas Bornemann gibt's ein Problem, das muss gelöst werden. Bornemann will nicht mit Dutt und Dutt will nicht mit Bornemann", erläuterte Stocker die Differenzen zwischen Manager und künftigem Trainer.

Bornemann gilt ebenso wie Co-Trainer Achim Sarstedt (künftig Assistent von Ralf Rangnick bei der TSG Hoffenheim) als Finke-Vertrauter. Das Präsidium plant nun, einen Sportdirektor einzusetzen. Nach Angaben des Magazins kicker ist dafür Dirk Duffner, der von 2000 bis 2004 Manager beim TSV 1860 München war, im Gespräch.

Eine Auswechselung  anderer Art gab derweil Bundesligaaufsteiger Hansa Rostock bekannt. Der Ostsee-Club trug direkt nach Abpfiff des letzten Spiels den Rasen des heimischen Stadions ab. Dieser soll nun im Internet versteigert werden. Der Erlös kommt den Nachwuchs-Kickern zugute. Vielleicht könnte ja auch der Blumenstrauß von Volker Finke auf diesem Weg noch jemandem eine Freude bereiten...!