Bei einer Explosion in einem Touristenviertel in der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens sechs Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Das teilte Gesundheitsminister Recep Akdag mit. Die Detonation ereignete sich laut Polizeiangaben in den frühen Abendstunden vor einem Einkaufszentrum im belebten Viertel Ulus kurz vor Beginn eines offiziellen Abendessens für 500 Teilnehmer einer internationalen Waffenmesse. Diese sollten in einem nur wenige hundert Meter entfernten Museum empfangen werden.

Nach ersten Ermittlungen der Behörden ereignete sich die Explosion an einer Bushaltestelle vor einem Bürogebäude. Fernsehbilder zeigten, dass Häuser in der Nähe des Explosionsortes beschädigt wurden. In einigen Gebäuden gingen die Fensterscheiben zu Bruch. Zeugen berichteten, in der Nähe einer Bushaltestelle sei ein verdächtiges Paket abgelegt worden. Die Polizei sperrte das Gebiet um die Basare weitläufig ab. Mehrere Krankenwagen waren im Einsatz.

Nach einem Bericht des türkischen Fernsehens vermutet die Polizei einen Bombenanschlag als Ursache der Explosion. Vor Ort seien Spuren des Plastiksprengstoffs A-4 entdeckt worden. Ankaras Gouverneur Kemal Önal hatte in einer ersten Reaktion nach der Detonation noch gesagt, es scheine sich um einen Unfall zu handeln.

Acht Menschen seien in bedrohlichem Zustand in Krankenhäuser gebracht worden. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem "hässlichen und brutalen Terroranschlag". Er erneuerte seine Forderung nach Einrichtung einer internationalen "Plattform im Kampf gegen den Terrorismus". Die US-Botschaft in Ankara verurteilte in einer Erklärung den Anschlag als "heimtückisches Verbrechen" und sagte der Türkei Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf zu.

Den Medienberichten zufolge richteten die Ermittler ihr Augenmerk auf die kurdische Untergrundorganisation PKK. In den vergangenen zwei Monaten waren bei Razzien rund 200 Kilogramm des verwendeten Plastiksprengstoffs bei Aktivisten der kurdischen Separatistenbewegung sichergestellt worden. Nach Angaben des Fernsehsenders NTV wurden bereits sieben Verdächtige festgenommen.

Ministerpräsident Erdogan wollte sich zunächst nicht an den Spekulationen über eine eventuelle Verantwortung der kurdischen Separatistenbewegung PKK beteiligen. Dennoch sagte er: "Dieser Zwischenfall zeigt, dass wir die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus verstärken müssen."