Das Landgericht Hildesheim verurteilte Firmengründer Karl-Heinz Weis am Mittwoch zu zehn Jahren Haft wegen schwerer Untreue und Bankrott. Zwei Niederlassungsleiter und ein Prokurist erhielten Haftstrafen von sechseinhalb bis acht Jahren.

Nach Auffassung des Gerichts haben die Manager Kundengeld in Höhe von rund 270 Millionen Euro unterschlagen und dabei Millionen auch in die eigene Tasche gesteckt. Insgesamt sollen mehr als 1000 Firmen geschädigt worden sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich elf Jahre Haft für den geständigen Weis gefordert. Sie sieht ihn als den Initiator eines Schneeballsystems, mit dem bereits seit Anfang der neunziger Jahre angehäufte Rechnungen und Löcher in der Bilanz mit Hilfe von Kundengeld gestopft wurden.

Die Verteidigung plädierte für eine mildere Strafe für Weis, die maximal sieben Jahre betragen sollte. Die Betrugsmasche hätte leicht erkannt werden können, die Firmen hätten es den Angeklagten leicht gemacht. Für zwei der Mitangeklagten forderten die Verteidiger Strafen von höchstens viereinhalb und sechs Jahren Haft. Ein Manager sollte eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe zur Bewährung erhalten.

Der Betrugsskandal bei Heros wurde im Februar 2006 aufgedeckt, die vier Top-Manager festgenommen. Drei Tage später meldete das Unternehmen Insolvenz an. Die insolvente Heros-Gruppe wurde im vergangenen Sommer von einem US-Investor übernommen.