Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts verstieß die Überwachung des Anwalts gegen das Fernmeldegeheimnis. Amts- und Landgericht
München hatten 2006 angeordnet, Telefon, Fax und Handys der Kanzlei des Rechtsanwalts Manfred Gnjidic zu überwachen: Nach dem erwachten Medieninteresse an dem Fall sei zu erwarten, dass die Täter mit Gnjidic Kontakt aufnähmen. Abgehört wurden dann jedoch Gespräche mit fünf Journalisten.

Das Bundesverfassungsgericht nannte die Aktion unverhältnismäßig, weil die Erfolgsaussichten gering gewesen seien. Es sei äußerst unwahrscheinlich gewesen, dass die Täter anderthalb Jahre nach der Entführung Kontakt mit dem Anwalt aufnehmen würden. Ausländische Medien hätten schon früher über den Fall berichtet. Deshalb sei nicht
ersichtlich, warum gerade von Januar 2006 an mit einer Kontaktaufnahme zu rechnen gewesen sein solle. Die Begründung der Gerichte trage "lediglich den Charakter von Vermutungen".

El-Masri wurde an der mazedonisch-serbischen Grenze festgenommen und Anfang 2004  nach Afghanistan verschleppt . Dort wurde er monatelang festgehalten. Anfang dieses Jahres erließ die Münchner Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen mehrere mutmaßliche CIA-Agenten. Nach den Verdächtigen wird international gefahndet.