Immendorffs Ehefrau Oda Jaune-Immendorff und sein behandelnder Neurologe Thomas Meyer teilten in Düsseldorf mit, dass der Maler am Montag verstorben sei. Immendorff litt an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) und wurde an der Charité in Berlin behandelt. Der dortige Spezialist Meyer sagte, in den Morgenstunden sei ein plötzlicher Herzstillstand eingetreten.

Immendorff, am 14. Juni 1945 im niedersächsischen Bleckede geboren, zählte zu den bekanntesten Malern in Nachkriegsdeutschland. Insbesondere mit dem Bilderzyklus "Café Deutschland" aus den späten 70er Jahren, in dem er die Teilung des Landes anprangerte, eroberte sich der ehemalige Maoist einen Platz in der jüngeren Kunstgeschichte. Zuletzt war im Winter 2005 eine international beachtete Ausstellung Immendorffs in Berlin gezeigt worden.

Durch einen Sex- und Rauschgiftskandal im Jahr 2003, den er mit einer Bewährungs- und hoher Geldstrafe büßen musste, war der frühere Beuys-Schüler auch außerhalb der Kunstszene bekannt geworden. Mit seiner Krankheit ging Immendorff in den letzten Jahren ganz offen um. Er stiftete Geld für ein Forschungsstipendium an der Berliner Charité zum Kampf gegen ALS und bekannte sich öffentlich zu seinen "Angstschüben" angesichts eines qualvollen Endes. Die ALS ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, die im Verlauf weniger Jahre zu einer fortschreitenden Lähmung des gesamten Körpers führt.