Die palästinensische Autonomiebehörde hat am Donnerstag die Festnahme von mehr als 30 führenden Repräsentanten der radikal-islamischen Hamas-Bewegung in Nablus im Westjordanland durch israelische Soldaten verurteilt. Es handele sich um "Bestrafung und Rache" von Seiten Israels, die zu "ernsten Konsequenzen" führen werde, sagte der Sprecher von Präsident Mahmud Abbas im palästinensischen Rundfunk. "Wir verdammen diese Festnahmen, sie sind unnötig", sagte Abu Rudeineh.

In der Nacht zum Donnerstag hatten Israelische Soldaten 33 hochrangige Führer der Hamas im Westjordanland festgenommen. Nach Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde sind unter den Gefangenen Bildungsminister Nasser al-Schaer, mehrere Abgeordnete sowie die Bürgermeister von Nablus, Kalkilia und einigen Kleinstädten.

Die Festnahmen folgten auf den mehr als einwöchigen Beschuss des israelischen Grenzgebiets mit mehr als 200 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen. Die meisten Angriffe gehen auf das Konto militanter Hamas-Aktivisten. Eine israelische Armeesprecherin sagte am Donnerstag, Israel habe die Hamas-Mitglieder im Westjordanland festgenommen, weil die Organisation ihre "Terror-Infrastruktur" vom Gazastreifen auch ins Westjordanland verlege und Regierungseinrichtungen zur Unterstützung von Anschlägen auf Israel missbrauche.

Israel hatte bereits vor knapp einem Jahr nach der Verschleppung des israelischen Soldaten Gilad Schalit unter dem Kommando von Hamas Dutzende Hamas-Mitglieder festgenommen. Zahlreiche Hamas-Mitglieder, darunter frühere Minister und Abgeordnete, sitzen seither in israelischen Gefängnissen.

Auch am Mittwochabend haben militante Palästinenser ihren Raktenbeschuss vom Gazastreifen aus auf israelisches Gebiet auch am Mittwochabend  fortgesetzt. Einem Bericht der Tageszeitung Haaretz zufolge traf eine Rakete den Stall eines Kibbutz', die anderen Raketen landeten in unbewohntem Gebiet nahe der Stadt Sderot. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Tagen 13 Kassam-Raketen auf israelischem Gebiet eingeschlagen. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen.

Als Reaktion auf den anhaltenden Beschuss griff die israelische Luftwaffe am späten Mittwochabend zwei von der Hamas betriebene Wechselstuben in Gaza an. Nach Angaben der Armee dienten sie als Umschlagplatz für Millionen von Dollar aus dem Iran, Syrien und dem Libanon. Das Geld sei dort für die Bewaffnung und Ausbildung militanter Hamas-Aktivisten gesammelt worden, hieß es. Drei Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, in Teilen Gazas soll der Strom ausgefallen sein.