Erste Berichte arabischer Medien, wonach auch Deutsche unter den Entführten seien, bestätigten sich nicht. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Abend in Berlin: "Es hat sich bisher nicht bestätigt, dass deutsche Staatsangehörige entführt worden sind. Das scheint so zu sein."

"Wir können bestätigen, dass fünf britische Staatsangehörige bei einem Vorfall gegen 11 Uhr Ortszeit heute Morgen entführt wurden", sagte eine Sprecherin des britischen Außenministeriums in London. Premierminister Tony Blair kündigte während eines Besuchs in Libyen an, dass die Regierung alles ihr Mögliche tun werde, um den Verschleppten zu helfen.

Vertreter der britischen Botschaft stünden in Kontakt mit irakischen Behörden, um die Krise zu lösen, hieß es in London. Einer der Briten ist Angestellter der amerikanischen Management-Beratungsfirma BearingPoint. "Wir können bestätigen, dass einer unserer Mitarbeiter heute Morgen von seinem Arbeitsplatz verschleppt wurde", sagte ein Sprecher von BearingPoint.

Über die genauen Umstände der Entführung hatte es unterschiedliche Darstellungen gegeben. Während die Polizei erklärte, die Personen seien aus ihren Wagen gezerrt worden, berichtete eine Augenzeugin, die Experten seien aus einem Unterrichtsraum des Ministeriums entführt worden. "Wo sind die Ausländer? Wo sind die Ausländer?", riefen die Kidnapper den Angaben der Frau zufolge.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete, die in Kampfanzüge gekleideten Entführer seien mit Dutzenden Polizeiautos über die Palästina-Straße vor dem Finanzministerium vorgefahren und ungehindert an den Wachen vorbei ins Ministeriumsgebäude gegangen, aus dem sie ihre Geiseln verschleppt hätten.

Die Gewalt in Bagdad setzte sich auch am Dienstag fort. Bei der Explosion einer Bombe in einem Bus im Zentrum Bagdads wurden nach Polizeiangaben unterdessen mindestens 22 Menschen getötet.