Dienstag, 29. Mai In Hamburg kommen die Außenminister der Europäischen Union und 16 Amtskollegen aus Asien zum ASEM-Gipfel zusammen. Sie tagen im Hotel Atlantic, mitten in der Stadt. Die Gipfelgegner begreifen diesen Termin traditionell als "warm up", diesmal als Generalprobe für Heiligendamm. Bereits am Montag gab es eine große Protestdemonstration quer durch Hamburg, anschließend kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Freitag, 1. Juni Sonderzüge aus der ganzen Republik treffen heute in Rostock ein: Die drei Protestcamps rund um Heiligendamm werden eröffnet. Das größte liegt in einem Gewerbegebiet von Bützow, 40 Kilometer südlich von Heiligendamm. Etwa 15.000 Menschen können hier campen. Kleiner, aber näher am Tagungsort gelegen, ist das Camp in Reddelich, das 5.000 Menschen Platz gibt. Ein drittes Camp gibt es in Rostock.

Samstag 2.Juni Die Aktionswoche beginnt mit einer großen Auftaktdemonstration in Rostock. Ihr Slogan heißt: Eine andere Welt ist möglich. Nur mühsam konnten sich die aus zahlreichen Gruppen bestehenden Organisatoren darauf einigen. Der Aufruf, der dahinter steht, hat es aber in sich. Er ist so scharf formuliert, dass manch potentieller Unterstützer nicht unterschreiben wollte. Etwa die Grünen störten sich an Formulierungen, nach der die G8-Staaten Vorreiter "einer auf Kriege gestützten Weltordnung" seien. Mehr gehofft, als gerechnet wird mit 100.000 Teilnehmern. Am Abend gibt in Rostock ein großes Konzert: "Move against G 8". Spielen werden unter anderem Jan Delay, Juli und Wir sind Helden.

Sonntag, 3. Juni In Wismar beginnt ein G 8-Gipfel für die Jugend, J 8 genannt, der am Freitag mit einer gemeinsamen Resolution endet, die dem G-8-Gipfel in Heiligendamm vorgetragen wird. Außerdem gibt es weitere Konzerte und Musikbühnen in Rostock - und einen Aktionstag, der sich mit der globalen Landwirtschaft befasst. An den beiden Folgetagen gibt es weitere Aktionstage, einen zum Thema Migration, der andere gegen Militarismus und Krieg.

Dienstag, 5. Juni Jetzt geht es richtig los. Auf diesen Tag soll der Militärflughafens Rostock-Lage blockiert werden. Hier landen die Regierungschefs. Aber nicht nur die acht Staatenlenker kommen nach Heiligendamm und Umgebung, sondern insgesamt 2000 Delegationsmitglied, 4000 Journalisten und 16.000 Polizisten und – womöglich – 100.000 Gipfelgegner, die diesen Apparat aufhalten wollen.

Außerdem beginnt am Dienstag der Alternativ-Gipfel in Rostock, der bis Donnerstag andauert. Veranstaltet wird er von einer bunten Mischung an Organisatoren, darunter Greenpeace, IG Metall und der Bund Deutscher Katholischer Jugendlicher. Gäste sind die "Elite der Globalisierungskritiker", wie die Veranstalter schwärmen: nämlich Vandana Chiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler und Ignacio Ramonet, Chefredakteur der "Le monde diplomatique". Die Veranstalter hoffen auf 10.000 Teilnehmer.