Hagel, Gewitter, und sogar Neuschnee: Am Pfingstwochenende haben über Teilen Deutschlands und Europas erneut heftige Unwetter gewütet und mindestens 24 Menschen in den Tod gerissen. In Brandenburg wurden am Sonntag drei Bauarbeiter vom Blitz erschlagen. In der Türkei starben nach schweren Regenfällen elf Menschen, darunter mehrere Kinder. Bei einem Sturm vor der bretonischen Küste ertranken am Sonntag in Frankreich zwei Taucher und ein Segler. In Italien kam am Samstagabend in der Nähe von Udine ein Renter aus Bosnien bei einem Wirbelsturm ums Leben. In Griechenland starben sechs Wanderer, als sie von den Fluten eines plötzlich anschwellenden Bergflüsschens erfasst wurden.

In Deutschland war die Feuerwehr am Wochenende vielerorts wegen umgestürzter Bäume, abgedeckter Dächer und überfluteter Keller im Dauereinsatz. Schlamm, Wasser und Hagel machten zahlreiche Straßen zeitweise unbefahrbar. Im Südwesten sorgten Vorboten der so genannten Schafskälte im Juni für einen Temperatursturz um bis zu 20 Grad. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lagen am Pfingstmontag auf dem Feldberg im Schwarzwald vier Zentimeter Neuschnee.

Bei Werbig in Brandenburg starben drei Bauarbeiter durch Blitzschlag, die "vor einem heftigen Gewitter unter einem Schaufelbagger Schutz gesucht hatten", sagte Polizeisprecherin Anja Resmer. Als ein Blitz das Fahrzeug traf, waren die Männer im Alter zwischen 40 und 48 Jahren wahrscheinlich sofort tot, ein 40 Jahre alter Kollege überlebte schwer verletzt. "Er hatte noch die Kraft, die anderen Arbeiter unter dem Bagger hervorzuziehen und die Polizei zu alarmieren", sagte die Polizeisprecherin.

Nahe Freiberg in Sachsen mussten Feuerwehrleute am Sonntag Eismassen schaufeln. Die Hagelkörner türmten sich auf einigen Straßen im Erzgebirge bis zu einen halben Meter hoch. Der Hagel sei in einem schmalen Streifen über das Land gezogen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Freiberg. "Zum Teil waren die Hagelkörner so groß wie Taubeneier."

In Teilen Thüringens, Sachsen-Anhalts, Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns legten Schlammlawinen den Verkehr lahm. Einige Straßen wurden unterspült und mussten zeitweise gesperrt werden. Mehrere Menschen erlitten bei wetterbedingten Verkehrsunfällen schwere Verletzungen.

In Berlin rief die Feuerwehr am Samstagabend nach einem schweren Unwetter für vier Stunden den Ausnahmezustand aus, die Einsatzkräfte mussten 319 Mal ausrücken. Auch die Fußball-Fanmeile zum DFB- Pokalfinale am Brandenburger Tor musste zeitweise geräumt werden. In Perleberg in Brandenburg deckte der Sturm am Samstag das Dach einer Grundschule teilweise ab. Verletzt wurde niemand.