Wenn es nach der SPD geht, soll Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG, doch die künftige Kohlestiftung und außerdem noch den neuen sogenannten weißen Konzernteil (Chemie, Energie, Immobilien) leiten.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bekräftigte am Montag, dass der ehemalige Bundeswirtschaftsminister neuer Stiftungschef werden soll. Die Stiftung soll mit einem Milliardenvermögen ausgestattet werden, wenn die profitablen RAG-Teile an die Börse gebracht werden. Mit dem Geld sollen sogenannte Ewigkeitsschäden bezahlt werden, die im Ruhrgebiet durch die Spätfolgen des Bergbaus entstehen.

Auch Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) wies Forderungen zurück, Müller beim geplanten Börsengang des Konzerns außen vor zu lassen. Müller solle weiterhin eine wichtige Rolle übernehmen. "Es bleibt bei der gemeinsam bekundeten Unterstützung für Werner Müller als Vorstandschef des neuen, börsennotierten Konzerns", sagte der Kanzleramtsminister am Montag dem Handelsblatt .

Die Personalie Müller sorgt seit Monaten für parteipolitischen Streit. Dem derzeitigen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) warf Heil vor, durch Taktieren gegen Müller den Börsengang des Unternehmens zu gefährden. Von den Unions-Politikern hatte es zuvor geheißen, Müller sei weder als Vorsitzender der RAG-Sitftung noch als Chef des künftigen Börsenkonzerns tragbar.

Der Personalstreit um die Führungspositionen in der Stiftung und dem künftigen RAG-Konzern belastet die Pläne für den zum kommenden Frühjahr angepeilten Börsengang. Die profitablen Geschäfte der RAG sollen in die Stiftung eingebracht werden. Bis Ende Juni soll die Stiftung gegründet werden, die dann wiederum die profitablen Teile des Konzerns an der Börse verkaufen soll. Die erwarteten Milliarden-Einnahmen sollen dann die Folgekosten des Bergbaus decken. Die weißen Sparten der RAG hatten immer wieder das Interesse von Investoren geweckt.