Mit der Ächtung von Killerspielen wolle man ein gesellschaftliches Zeichen setzen, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Er selbst befürworte ferner eine restriktivere Altersfreigabe. Die IMK stellt die Selbstkontrolle durch die Produzenten in Frage und spricht sich für ein anderes Instrumentarium aus, um Gewaltspiele zu indizieren.

Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) sprach von Fehlentwicklungen bei Jugendlichen, die immer stärker zur Gewalt neigten. Nicht jeder, der zu Killerspielen greife, sei gewalttätig. Aber wenn bestimmte Voraussetzungen zusammenkämen, werde die Hemmschwelle reduziert. Auch der Anteil von Straftaten unter Alkoholeinfluss habe sich explosionsartig entwickelt.

Dem Alkoholmissbrauch durch Pauschalangebote in Gaststätten ("Flatrate-Saufen") wollen die Innenminister nicht weiter zusehen. Sie denken über ein Verbot im Gaststättenrecht nach und wollen dies mit der Konferenz der Jugendminister erörtern. Ein bloßes Verbot sei zwar nicht die Lösung, aber ein Baustein, sagte Körting.

Intensiver will sich die IMK künftig mit der Jugendgewalt befassen. Eine Arbeitsgruppe soll ein bundesweites Lagebild erstellen. Sorgen macht sich die IMK auch über die Gewalt in Fußballstadien bis in die Kreis- und Regionalligen hinein. Sie sieht eine steigende Gewaltbereitschaft und sinkende Hemmschwellen gegenüber der Polizei. NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) wies auf die Verantwortung der Sportverbände hin und regte drastische Sanktionen an.

Digitalfunk kann kommen

Die IMK brachte zum Abschluss ihrer Tagung zudem die nach jahrelangem Streit immer wieder verzögerte Einführung des Digitalfunks für Polizei und Rettungsdienste auf den Weg. Die Innenminister unterzeichneten ein entsprechendes Verwaltungsabkommen. "Wir haben jetzt einen langen, mühevollen, auch nervenaufreibenden Weg zum Abschluss gebracht", sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der Digitalfunk soll den alten störanfälligen Analogfunk ersetzen und bis Ende 2010 bundesweit verfügbar sein. Damit stünde den Rettungskräften in Deutschland künftig mit mehr als 500.000 Nutzern das weltweit größte Funknetz dieser Art zur Verfügung, betonte Schäuble.