Die deutschen Sparkassen haben nach einem fünf Monate dauernden Bieterwettstreit den Zuschlag für die Landesbank Berlin erhalten. Der Sparkassenverband DSGV muss mehr als fünf Milliarden Euro aufbringen, um  dafür 81 Prozent der Bank übernehmen zu können. Das ist der Anteil, der bislang dem Land Berlin gehört.

Der Kaufpreis für die übernommenen Aktien einschließlich der Verfahrenskosten beträgt 4,475 Milliarden Euro. Hinzu kommen 147 Millionen Euro für die Ablösung eines bestehenden Provisionsrechtes des Landes. Außerdem lösen die Sparkassen eine stille Einlage des Landes in Höhe von 723 Millionen Euro ab. Das Abgeordnetenhaus von Berlin und die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte: "Berlin bekommt einen sehr guten Kaufpreis - und Berlin weiß die Bank in guten Händen." Der Präsident des DSGV, Heinrich Haasis, sagte, der Preis sei wirtschaftlich angemessen. Die Sparkassen hätten zudem gezeigt, dass sie in der Lage seien, eine aktive Rolle im deutschen Bankenmarkt einzunehmen. Haasis hatte das Geld für den Kauf bei rund 400 Sparkassen eingesammelt.

Nach Einschätzung von Fachleuten halten die Sparkassen mit der LBB nun ein Instrument in der Hand, mit dem der Landesbankensektor konsolidiert werden könnte. "Das könnte ein Nukleus werden, ein Auffangbecken für andere Landesbanken", sagte ein Branchenkenner der Nachrichtenagentur Reuters.

Berlin muss sich wegen Sanierungsauflagen der EU von der früheren Bankgesellschaft trennen, die 2001 durch riskante Immobiliengeschäfte an den Rand des Zusammenbruchs geraten war. Zum Start des Bieterverfahrens hatten sich ursprünglich 19 Interessenten für das inzwischen sanierte Institut gemeldet, zu dem auch die Berliner Sparkasse mit rund zwei Millionen Kunden gehört. Als Alternative war parallel auch ein Verkauf der Landesanteile an der Börse vorbereitet worden.

Am Ende blieben drei Bieter übrig: Neben dem Sparkassenverband führte Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) auch mit der Commerzbank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) konkrete Verkaufsverhandlungen. Diese Gespräche scheiterten aber offenbar am Preis.

Der Verkaufserlös soll Altlasten des Landes so weit wie möglich abdecken, die dadurch entstanden waren, dass Berlin die damalige Bankgesellschaft vor dem Aus bewahrt hatte. Ein erster Anlauf zu einer Privatisierung des Instituts war 2003 an einem zu niedrigen Preisangebot gescheitert.