Der Dalai Lama stellte sich am Montag in Hamburg den Fragen mehrerer Journalisten; einige seiner Antworten hat Uwe Jean Heuser für ZEIT online aufgezeichnet.

Frage: Wie ist heute um die Menschenrechte in Tibet bestellt?

Dalai Lama: Ernst. Vor einem Monat traf ich einen Mann, den die Chinesen als politischen Gefangenen inhaftierten und der schrecklich gefoltert wurde. Sein Freund ebenso. Dann die Bedingungen in den Gefängnissen: Die politischen Gefangenen sind noch schlechter dran als die anderen.

Frage: Können junge Tibeter in ihrer Religion unterwiesen werden?

Dalai Lama: Generell hat die junge Generation in Tibet ein starkes Gefühl für unsere Kultur. Doch in den Städten leben viele Chinesen, und da nehmen auch unsere Jugendlichen mehr und mehr deren Lebensart an. Das nenne ich unbeabsichtigten kulturellen Genozid. Die Tibeter Jugendlichen, die in Indien geboren wurden, sind heute mehr Tibeter als diejenigen, die aus dem Land selbst kommen. Sanfter und so weiter. Das zeigt, wie sich die Kultur verändert.

Frage: Welche Hoffnungen verbinden Sie mit einem Besuch wie diesem?