Drei Tage ist die laufende Woche erst alt, doch schon drei Kreditinistitute räumten in dieser kurzen Zeit ernsthafte Probleme ein. Am Montag ging die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB mit einer Hiobsbotschaft an die Öffentlichkeit: Ihr Geschäftsergebnis werde deutlich niedriger ausfallen als erwartet, teilte die im MDax gelistete Bank den schockierten Aktionären mit. Ursache seien die Verluste eines in den USA aufgelegten Fonds, dessen Vermögen in schwach besicherten Immobilienkrediten - sogenannten Subprimes - steckt. Der Kurs der IKB-Aktie brach um mehr als ein Fünftel ein und hat sich seither nicht wieder erholt, IKB-Chef Stefan Ortseifen musste gehen.

Nun ist es nicht neu, dass der Subprime-Sektor in einer Krise steckt. Doch die Anleger reagierten zu Recht erschrocken. Die IKB war die erste deutsche Bank, welche die Folgen der Subprime-Schieflage spürte - nun fragen sich viele, ob weitere folgen werden. Dass die IKB noch vor wenigen Tagen versicherte, die Risiken aus dem US-Geschäft seien gering, macht die Börsianer noch nervöser. Wenn selbst eine seriöse Mittelstandsbank ihre Schwierigkeiten vertuscht, was ist dann von den Beschwichtigungen anderer Geldhäuser zu halten?

Wie die IKB beteuern nun auch die anderen deutschen Banken, keine allzu großen Risiken eingegangen zu sein. Die Commerzbank beispielsweise ließ verlauten, man erwarte zwar Belastungen in Höhe von 80 Millionen Euro, könne diese aber angesichts eines erwarteten Jahresgewinns von rund 1,5 Milliarden Euro gut verkraften. Die Allianz teilte mit, ihr Engagement in - derzeit als riskant geltenden - Kreditderivaten liege im Promillebereich, zudem habe man ein Sicherheitspolster aufgebaut. Und die Deutsche Bank legte am Mittwoch erneut glänzende Geschäftszahlen vor. Ihr Chef Josef Ackermann zeigte sich gelassen: Zwar werde die Unsicherheit an den Märkten kurzfristig anhalten, erklärte er, doch sein Institut könne auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich sein.

Die Anleger überzeugte das offenbar nur begrenzt. Die Aktie der Deutschen Bank verlor im Laufe des Vormittags um mehr als drei Prozent an Wert. Bis zum späten Nachmittag kletterte ihr Kurs zwar wieder etwas, doch zum Börsenschluss notierte sie um rund zwei Prozent unter dem Schlusskurs des Vortags.

Analysten kritisierten, die Bank habe in einer Telefonkonferenz viele Fragen nach möglichen Risiken nicht beantwortet. "Das ist natürlich schade - gerade in Situationen, in denen die Unsicherheit groß ist", sagte Dieter Hein von FaiResearch. Analyst Alan Webborn von der französischen Société Générale sagte: "Die Leute haben die Sorge, dass sich da draußen große Risiken befinden." Auch die Deutsche Bank sei gegen Verluste nicht immun.