Der Coup der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) scheint zu wirken: Die Aktienkurse klettern wieder, nachdem die Zentralbanker zum Ende der vergangenen Woche überraschend ihren Diskontsatz senkten. In Tokio stieg der Nikkei-Index am Montag um drei Prozent. Zwar reichte das nicht aus, um die Verluste des vergangenen Freitags auszugleichen - an jenem Tag war der Index um fünf Prozent gefallen -, doch alleine die Tatsache, dass der Index überhaupt wieder stieg, statt abzustürzen, ließ auch die europäischen Anleger wieder ein wenig Mut fassen.

Der Dax legte leicht zu und notierte gegen Mittag bei rund 7410 Punkten. Auch der Technologie-Index TecDax gewann, ebenso der Index der mittelgroßen Werte MDax und der europäische Leitindex EuroStoxx 50 . Dennoch bleiben die Börsianer zurückhaltend. "Es ist noch viel Vorsicht im Markt", sagte ein Händler. Man warte ab, wie die Zinssenkung der Fed langfristig wirke. Der Chef der niederländischen ING-Bank , Michel Tilmant, erklärte in einem Zeitungsinterview, "das Schlimmste" der US-Hypothekenkrise sei überstanden. Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde äußerte sich ähnlich. Beide schlossen aber weitere Probleme einzelner Finanzinstitute oder Fonds nicht aus.

In Frankfurt trübten die Probleme der SachsenLB die Stimmung. "Die waren zwar schon lange im Visier der Finanzmärkte, aber viele stellen sich nun doch wieder die Frage, wo weitere Risiken versteckt sind", erklärte ein Börsianer. Die SachsenLB hatte eingeräumt, die Probleme einer Investmentgesellschaft gefährdeten die Kreditwürdigkeit der Bank.

Negative Schlagzeilen machte zudem die Deutsche Bank: E inem Bericht des Wall Street Journals zufolge verlor Deutschlands größte Bank im vergangenen Monat im Eigenhandel - also dem Handel mit Wertpapieren auf eigene Rechnung - rund 100 Millionen Euro . Trotz der schlechten Nachricht gewannen Deutsche-Bank-Aktien zunächst an Wert, doch später sank ihr Kurs unter den Schlusskurs des Vortags. Die Anteilsscheine anderer Banken hingegen stiegen im Kurs, beispielsweise die der Commerzbank und der Hypo Real Estate . Um die Mittagszeit war die Hypo-Real-Estate-Aktie der stärkste Wert des Dax, gefolgt von MAN , Siemens , Continental und ThyssenKrupp .

In Japan hatte die Zentralbank am Montag noch einmal eine Billion Yen, umgerechnet 6,5 Milliarden Euro, in den Geldmarkt gepumpt. Sie wollte damit einem Anstieg der kurzfristigen Zinsen begegnen.