"Der Vulkan ist ausgebrochen, weil ihr mich nicht gewählt habt", das rief vor rund zehn Jahren ein Wahlkämpfer auf der Karibikinsel Montserrat den Versammelten zu. Einige glaubten es, andere waren skeptisch. Wieder einmal erwies sich: Naturkatastrophen sind politisch.

Sie waren es immer. Wurden sie als schicksalhaft empfunden, dann waren sie göttliche Zeichen, gedeutet von Herrschern oder Revolutionären. Oder sie galten als Prüfung auf richtiges Handeln, etwa im Katastrophenschutz (Katrina), in der Energiepolitik (Kernkraftwerke in Erdbebengebieten) oder in der Klimapolitik.

Politisch ist auch "Dean" , der gegenwärtig über Yucatan hereinbrechende Hurrikan . Er wirbelte zuvor auf Jamaika die Wahlvorbereitungen durcheinander, die ohnehin traditionsgemäß recht turbulent sind; die dortige Regierungschefin Portia Miller hat den Notstand ausgerufen. Es ist die Stunde der Exekutive, Frau Millers Stunde.

Politisch ist "Dean" aber auch, weil er die Sorge wiederkehren lässt, eine menschengemachte Klimaerwärmung trüge zu intensiverem Wirbelsturmgeschehen bei. Eine Frage an die Wissenschaft, schon richtig, aber die ist, anders als in allgemeinen Fragen der Klimatologie, recht gleichmäßig in zwei Lager gespalten .

Das eine weist darauf hin, dass Hurrikane (allgemeiner: tropische Zyklone, also auch Taifune) eine erhöhte Oberflächentemperatur des Wassers (SST) voraussetzen. Aus dem Wasser beziehen sie ihre Energie, und weil die Klimaerwärmung insbesondere eine höhere SST bewirkt, ist hier eine Ursache für mehr und stärkere Zyklone als in der Vergangenheit zu sehen.

Doch was soll "in der Vergangenheit" bedeuten, fragen die Skeptiker unter den Wirbelsturmforschern, wird denn nicht erst seit wenigen Jahrzehnten die Kraft der Stürme in großem Stil gemessen (außerdem noch immer regional unterschiedlich gut)? Wie soll man also vergleichen können?