Winzige Blutspuren in der Ferienwohnung in Portugal hatten vor mehreren Tagen Gerüchte geschürt, das vermisste Mädchen Madeleine sei tot. Experten des britischen Rechtsmedizinischen Dienstes sollen nun aber zu der Auffassung gelangt sein, dass es sich dabei um Blut eines Mannes handelt. Es stamme wahrscheinlich von einem Weißen aus dem "nordost-europäischen Personenkreis", berichtete die Londoner Zeitung The Times . Die Entdeckung bedeutet für Madeleines Eltern Kate und Gerry McCann neue Hoffnung, dass ihre Tochter doch noch am Leben ist.

Eine Sprecherin des forensischen Labors in Birmingham, das die Blutprobe untersucht, wies den Bericht jedoch zurück. "Die Untersuchung dauert an, und wir machen keinen Kommentar. Wir sind aber überrascht über den Bericht", sagte sie. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen stehen wichtige Tests der Probe noch aus, eine eindeutige Schlussfolgerung sei deshalb nicht möglich.

Nachdem Spezialisten die mit bloßem Auge nicht erkennbare Blutspur Anfang August an einer Wand der Wohnung in dem Badeort Praia da Luz entdeckt hatten, hieß es in portugiesischen Medien, Madeleine sei nach Ansicht der Polizei in dem Appartement zu Tode gekommen. Völlig sicher sind sich die Spezialisten im Hauptlabor der Rechtsmedizin in Birmingham allerdings nicht. Das Ergebnis der Blutanalyse gelte bislang nur zu 72 Prozent als zutreffend, berichtete die Times . Weitere Untersuchungen würden folgen. Die Ermittler vermuten nun, dass die Blutreste von einem jener Bewohner der Ferienwohnung stammen, die das Appartement mehrere Wochen nach dem Auszug der Familie McCann gemietet hatten.

Derweil erwägt Madeleines Mutter nach den Angaben der Zeitung erstmals ernsthaft die Rückkehr nach Großbritannien. Bislang hatten die McCanns - beide sind Ärzte im Alter von 39 Jahren - erklärt, sie würden in Portugal bleiben, bis das Schicksal ihrer Tochter geklärt sei. "Wir wissen, dass wir zurückkehren und ich vermute, dass wir eines Tages aufwachen und es so für richtig halten werden", zitierte die Zeitung Kate McCann. "Wir müssen auch an unsere Zwillingskinder denken." (mit dpa/AFP)