Die Betreiber von Strom- und Gasnetzen können die Preise, die sie der Konkurrenz für die Nutzung ihrer Leitungen berechnen, nicht so hoch ansetzen wie gewünscht. Weil die Bundesnetzagentur ihre Kalkulationen nicht anstandslos genehmigte, entgehen ihnen rund 2,5 Milliarden Euro. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe . Zwei Milliarden der Kürzungen entfallen demnach auf den Stromsektor, rund 500 Millionen auf den Gassektor.

Das dämpft die Teuerung im Energiesektor zwar ein wenig, doch beim Kunden kommt die Deckelung nur begrenzt an. Der Grund: Nur ein Drittel des Strom- und ein Viertel des Gaspreises entfallen auf die Netzgebühren. Zudem haben die Stromkonzerne die Möglichkeit, Preiserhöhungen dadurch zu begründen, dass andere Kosten gewachsen sind. Viele Versorger, die in der jüngsten Vergangenheit ihre Preise erhöhten, argumentieren beispielsweise mit gestiegenen Beschaffungskosten.

Die jetzt genehmigten Netzgebühren gelten noch bis Ende des Jahres. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit die Anträge der Betreiber für die Zeit danach. Ob die Unternehmen erneut Kürzungen hinnehmen müssen, sei derzeit noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin.