Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis sagte am Samstag in einer Ansprache, die Vielzahl der Brände deute auf Brandstiftung hin. Die Schuldigen würden dafür zur Rechenschaft gezogen. Karamanlis sprach von einer "nationalen Tragödie".

Bei den schlimmsten Waldbränden seit Jahrzehnten in dem Land sind bereits 44 Menschen ums Leben gekommen, nach anderen Berichten sogar mindestens 50. Auf der am schlimmsten betroffenen Halbinsel Peloponnes waren mehrere Dörfer noch immer von den Flammen eingeschlossen, hunderte Häuser wurden zerstört. Die Feuersbrunst bedroht auch die Hauptstadt Athen, wo die Autobahn zum internationalen Flughafen gesperrt werden musste.

Starker Wind und Sommerhitze fachten die am Freitag ausgebrochenen Brände weiter an. Örtliche Medien befürchten, dass sich die Zahl der Opfer weiter erhöhen wird. Die Polizei verhörte am Samstag sieben mutmaßliche Brandstifter. Die meisten Feuer wurden offenbar im Auftrag von Bodenspekulanten gelegt. Die Regierung rief eine dreitätige Staatstrauer aus. Bis Montag werden die Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf halbmast gesetzt.

Die internationale Hilfe lief unterdessen an. So schickte Frankreich vier Löschflugzeuge und 60 Feuerwehrleute. Die EU hat ebenfalls Hilfe zugesagt.

Der Präsident des griechischen Journalistenverbandes, Panos Sombolos, berichtete im Fernsehen aus der Umgebung der kleinen Ortschaft Mákistos im Westen der Halbinsel Peloponnes: «Es ist schrecklich. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Wir entdecken hier immer mehr verkohlte Leichen. Hier liegt eine Mutter mit vier Kindern.» Nahezu alle griechischen Zeitungen schrieben am Samstag von «apokalyptischen Bildern». Die meisten Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, hieß es. In vielen Fällen werden DNA-Tests nötig sein, um ihre Identität festzustellen.

Besonders getroffen wurden die Einwohner von zwei kleinen Dörfern nahe der Kleinstadt Zacháro im Westen der Halbinsel Peloponnes. In Artémida und Mákistos wurden 30 Menschen getötet, darunter auch sieben Kinder und Jugendliche. In den meisten Fällen verbrannten die Menschen in ihren Autos, als sie in Panik versuchten, vor den Flammen zu flüchten.

Nach Angaben der Feuerwehr brannte es an mehr als 170 Stellen in fast allen südlichen Regionen des Landes. Eine wochenlange Hitzewelle von Temperaturen um die 40 Grad hatte das Land austrocknen lassen, seit Monaten hat es nicht mehr geregnet. Wegen der Waldbrände sagte der griechische Fußballverband am Samstag den ersten Spieltag der griechischen Superliga ab.

Auch auf Sizilien und in Süditalien loderten Wald- und Buschbrände. In Kalabrien musste ein Touristendorf evakuiert werden. Am stärksten wüten die Feuer in der Umgebung von Palermo und Messina. Die Polizei nahm zwei Männer wegen Brandstiftung fest. Bei den Bränden in Italien starben seit Beginn des Sommers zwölf Menschen.