Die Nachrichtenlage war spärlich, doch die Meldung machte gleich die große Medienrunde: Ben Becker soll am Montagmorgen in seiner Berliner Wohnung leblos aufgefunden und minutenlang wiederbelebt worden sein. Das berichtete die Berliner Zeitung und die Polizei bestätigte, dass Becker in seiner Wohnung gefunden und aufgrund „gesundheitlicher Probleme“ ins Krankenhaus gebracht worden sei. Nach Angaben der Zeitung war der Zustand dramatisch: Becker ringe mit dem Tod. Das jedoch hat die Polizei nicht bestätigt, und auch die Agentur des 42-jährigen Schauspielers und seine Angehörigen wurden von der Nachricht überrascht.

Ben Becker gehört zu den bekanntesten jüngeren Film-, Fernseh- und Theaterschauspielern Deutschlands. Zu seinen wichtigsten Filmen zählen Schlafes Brud er, Comedian Harmonists und Sass . Auf der Bühne erntete er unter anderem als Franz Biberkopf in Berlin Alexanderplatz Lob. Auch als Sänger und Rezitator machte sich Becker, dessen Markenzeichen seine Bass-Stimme ist, einen Namen. Zu seinen jüngsten Projekten gehört die Show Die Bibel - Eine gesprochene Symphonie , die am 12. Oktober im Berliner Tempodrom uraufgeführt werden soll.

Becker spielte oft rebellische Typen oder Außenseiter. Früher kokettierte er auch mit seinem Image als Draufgänger. Mittlerweile ist er selbst Familienvater und gibt sich ruhiger. Von Drogen halte er nichts. 2005 sagte Becker in einem Interview: «Das, was wirklich kickt, ist das, was man macht. Was man nicht macht, passiert nicht. Da hilft kein Kiffen, kein Trinken, nichts.» Die jüngste Nachricht überraschte auch, weil über Beckers Gesundheitszustand nichts Ernsthaftes oder auch nur Näheres bekannt war - bis zum Montagmittag.

Im Gegenteil. Inzwischen galt Ben Becker als solide. Als er diesen Sommer wegen eines Zusammenstoßes an einer Strandbar mit einem angetrunkenen Randalierer in die Schlagzeilen geriet, überlegte er öffentlich, aus Berlin wegzuziehen. «Ich tobe nicht nachts durch Berlin und suche Krawall. Es gibt nur leider Wahnsinnige, die auf mich losgehen», sagte Becker der Bild am Sonntag . Das nerve ihn dermaßen, dass er aus Berlin weggehen wolle.