Es schien, als hätte sich die Lage wieder etwas beruhigt an den Börsen. Doch nun blitzten alte Sorgen wieder auf: An der Wall Street beschloss der Dow-Jones-Index den Dienstag mit einem Verlust von 2,1 Prozent. Alle im Dow versammelten Werte lagen im Minus. Der umfangreichere Standard & Poor's-Index verlor 2,35 Prozent, der Technologie-Index Nasdaq 2,37 Prozent.

Die schlechten Vorgaben aus den USA, verbunden mit neuen, schwachen Konjunkturdaten , drückten am Mittwoch auch den Dax . Er fiel im frühen Handel jedoch nur um 0,88 Prozent und glich später seine Verluste wieder nahezu komplett aus. Zuvor waren auch die Kurse in Tokio abgerutscht. Zusätzlich belastet durch einen starken Yen, der vor allem exportorientierte Unternehmen belastet, verlor der Nikkei-Index zwischenzeitlich um mehr als 400 Punkte. Später machte er etwas Boden gut. Zum Handelsschluss notierte er 274 Punkte unter dem Vortagesstand, was einem Minus von 1,69 Prozent entspricht.

Für sich betrachtet sind Verluste in dieser Höhe nicht dramatisch. Sie zeigen aber, wie nervös die Anleger derzeit sind. Seit die Notenbanken weltweit durch immer neue Geldspritzen , verbunden mit einer Senkung des Diskontsatzes in den USA , deutlich gemacht haben, dass sie die Finanzmärkte stützen werden, konnten sich die Börsianer zwar etwas entspannen. Doch für wirkliche Erleichterung ist es noch zu früh, denn im Hintergrund dräuen immer noch ungeklärte Risiken. Noch kann niemand sagen, wie viel Geld vor allem die Banken durch die Hypotheken- und Kreditkrise verloren haben . Aufschluss geben wohl erst die Zahlen des dritten Quartals, die ab Oktober vorgelegt werden. Wie sehr die Turbulenzen an den Finanzmärkten die Realwirtschaft berühren , ist erst recht ungewiss. Kein Wunder also, dass die Börsianer empfindlich sind.

In den USA verloren die Anteilsscheine von Banken und anderen Finanzinstituten besonders stark an Wert. Begründet wurde das mit der Furcht der Analysten, die Hypotheken- und Kreditmarkt-Krise könne die Gewinne der Finanzdienstleister in Mitleidenschaft ziehen. Auch Bau-, Rohstoff- und Technologiewerte sanken deutlich im Kurs.