Das Fleisch ist möglicherweise schon gegessen worden. In der Firma wurden Ende vergangener Woche mehr als elf Tonnen verdorbenes Rind- und Putenfleisch beschlagnahmt. Es war ebenfalls umetikettiert worden und sollte an einen Döner-Produzenten verkauft werden. Der Betrieb wurde geschlossen.

Der Fahrer eines Fleischtransporters hatte die Polizei auf den Skandal aufmerksam gemacht. Ihm war nach Angaben der Staatsanwaltschaft aufgefallen, dass die von ihm gelieferte so genannte K3-Ware, genussuntaugliches Fleisch, vom Ehemann der Geschäftsführerin der Wertinger Firma an einem möglichst unauffälligen Ort abgeladen werden sollte. Dort habe dieser dann begonnen, die Kennzeichnung der Waren zu entfernen.

Der Beschuldigte sagte der Polizei, er habe ohne Wissen seiner Frau geplant, das Fleisch wie zuvor im Juli als verzehrtauglich zu verkaufen. Auch der Empfänger der Ware soll nichts gewusst haben.

Die Grünen im Bayerischen Landtag warfen Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) vor, seine Kontrolleure hätten versagt. Der groß angelegte Betrug sei nicht durch staatliche Kontrollen, sondern durch einen Zeugen der Machenschaften ans Licht gekommen. Offenbar sei es den "Fleischpanschern" ein leichtes, unter den Augen der öffentlichen Kontrolleure ihre "ekelerregenden Geschäfte" voranzutreiben.

Der ernährungspolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Hans-Michael Goldmann, warf Bayern und der Bundesregierung vor, in der Lebensmittelsicherheit und Kennzeichnung von K3- Material versagt zu haben.