Die verheerenden Brände in Griechenland haben mittlerweile mehrere Dörfer umzingelt. Menschen in Todesangst wandten sich am Montag mit dramatischen Hilfsappellen an die Medien. "Wir brennen... Bitte helft uns. Wo sind die Hubschrauber?" schrie ein Mann aus dem von Flammen eingeschlossenen Dorf Frixa immer wieder in sein Mobiltelefon.

An zahlreichen Orten umzingelten meterhohe Flammen Häuser und Farmen , während die Menschen an Flussufern Schutz suchten. "Unser Dorf ist eingeschlossen, und wir sitzen in der Falle. Bitte helfen sie uns. Ich habe Körperbehinderte hier und kann sie nicht tragen", sagte eine Frau aus dem Dorf Porthyo. Die Flammen sind mittlerweile über hunderte Dörfer hinweggefegt, tausende Menschen sind auf der Flucht vor den Bränden.

Zwar gelang es am Sonntag gerade noch, die Zerstörung der antiken Stätten von Olympia zu verhindern, in den nahe gelegenen Dörfern wüteten die Flammen jedoch weiterhin. In der 5000-Einwohner-Stadt Krestena kämpften Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige mit Unterstützung von Löschflugzeugen aus dem Ausland gegen eine große Feuerwand, die sich auf die Stadt zubewegte. Die griechische Regierung hat den Notstand über das ganze Land verhängt.

Mindestens vier Großbrände und dutzende kleinere loderten nahe Olympia im Westen, Kalamata im Südwesten und Sparta im Südosten. Weitere Feuer wüteten auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa.

Es sei die größte Umweltkatastrophe seit Menschengedenken in Griechenland, heißt es in Medienberichten. Nach offiziellen Angaben sind seit Ausbruch des ersten Großbrands am vergangenen Freitag 61 Menschen ums Leben gekommen. Medien berichteten von 63 Toten. Mindestens 3000 Menschen sind obdachlos. Ministerpräsident Kostas Karamanlis sprach bei einem Besuch in den Brandgebieten von einer "nationalen Tragödie", die wohl von Brandstiftern verursacht worden sei.