ZEIT online: Was ist eine High-End-Musikanlage?

Jörg Schütt: Eine High-End-Anlage versucht die Musik so zu präsentieren, dass sie möglichst natürlich und originalgetreu wiedergegeben wird, ohne Berücksichtigung der Produktionskosten.

ZEIT online: Ist guter Klang immer teuer?

Schütt: Produkte, die das High-End-Ziel erreichen, müssen nicht viel Geld kosten. Es gibt Hersteller, deren Geräte zwar schick und teuer sind, aber nicht unbedingt gut klingen. Einige High-End-Plattenspieler kosten 50.000 Euro, sind es aber keinesfalls wert. Der Preis ist dann nur symbolisch.
Qualität wird über innere Werte erreicht und nicht über verchromte Frontblenden oder große Knöpfe. Ab 1000 Euro gibt es sehr gute CD-Player, ohne den High-End-Status aber mit High-End-Klang. Plattenspieler würde ich auch in diesem Bereich ansiedeln, ab 1000 Euro. Transistor-Verstärker spielen auch alle in dieser Preisklasse, für einen guten Röhrenverstärker sollte man schon 3.000 Euro ausgeben. Gute, kleine Regalboxen dürfen um die 700 Euro kosten. Für gute Standboxen muss man schnell 2000 Euro pro Stück bezahlen. Die Kombination der Geräte sollte wirklich zur Raumgröße passen, man muss die Anlage harmonisch gestalten.

ZEIT online: Was haben Sie für eine Anlage zu Hause?

Schütt: Meinen Lieblingsverstärker habe ich schon seit mindestens 15 Jahren. Er ist aus England, sehr klein und sehr musikalisch. Dazu kommt ein Plattenspieler, ein bescheidener CD-Player, und die Lautsprecher baue ich mir selbst.

ZEIT online: Wie sieht Ihre Musiksammlung aus?

Schütt: Die ist gar nicht so groß. Ich schätze, es sind vielleicht 500 LPs und 200 CDs.

ZEIT online: Sammeln Sie auch MP3-Files?

Schütt: Nur auf dem iPod.

ZEIT online: Ach, Sie haben einen iPod?

Schütt: Ja. Aber den nutze ich nur für Präsentationen, um hörbar zu machen, dass derart komprimierte Dateien nicht gut klingen.

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