Autofahrer, Hausbesitzer, Unternehmer: Ab jetzt soll jeder seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Durch Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Koppelung will die Bundesregierung bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid um rund 35 Prozent senken. Ursprünglich peilte sie eine Reduktion um 40 Prozent an. Die fehlenden fünf Prozentpunkte sollen nach dem Willen von Umweltminister Sigmar Gabriel die Länder und Kommunen einsparen; zudem will Gabriel den Emissionshandel verschärfen.

Was genau der Einzelne tun muss, um die Ziele der Regierung zu erreichen - und ob es Sanktionen geben wird - ist noch unklar. Zwar haben die Minister während ihrer Klausur in Meseberg ein 47-seitiges Eckpunkte-Papier beschlossen. Doch frühestens zum Januar 2008 folgt ein Gesetz.

Autofahren Wer sich ein neues Auto kauft, sollte sich besonders über den Spritverbrauch und CO2-Ausstoß informieren, denn die Kfz-Steuer soll voraussichtlich ab 2009 nicht mehr nach Hubraumgröße, sondern über den Schadstoffausstoß berechnet werden. Neue Autos mit hohem Spritverbrauch werden teurer. Auch der Schadstoffausstoß soll bei neuen Modellen gekennzeichnet werden. Die alten Fahrzeuge werden weiterhin nach dem Hubraum-System besteuert. Außerdem muss bis zum Jahr 2020 zehn Prozent Biosprit zu den normalen Kraftstoffen gemischt werden - doppelt so viel wie bisher.

Aufatmen können hingegen die Gegner des Tempolimits. Das Thema taucht im neuen Klimapaket nicht auf, es scheint damit vorerst vom Tisch zu sein. Auch die Steuerprivilegien für Dienstwagen bleiben vorerst bestehen. Hier wartet die Regierung eine endgültige Entscheidung der EU-Kommission ab. Für LKW-Fahrer hat man sich eine Sonderregelung einfallen lassen: Die LKW-Maut soll auf Bundesstraßen ausgedehnt werden und sich stärker nach den Abgasen der Laster richten.

Elektrogeräte Die klassischen Stromzähler möchte die Regierung innerhalb der nächsten sechs Jahre durch elektronische Apparate ersetzen, die den Stromverbrauch genauer anzeigen. Bezahlen muss diese Umstellung der Verbraucher. Zudem könnten Waschmaschinen auf den Markt kommen, die der Verbraucher so steuern kann, dass sie nur zu besonders günstigen Tarifen laufen – also nachts. Ergänzend gilt die EU-Vorgabe "Ökodesign", die das Kabinett bereits vor einigen Wochen beschlossen hat: Wer im Elektrogeschäft demnächst Haushaltsgeräte kauft, soll die Energieeffizienz der Produkte vergleichen können. Der Stromverbrauch soll auf der Verpackung stehen. 

Gebäude Jedes Haus und jede Wohnung muss 30 Prozent Energie einsparen. Verantwortlich dafür sind die Besitzer. Wo die Energie eingespart wird, bleibt jedem selbst überlassen. Denkbar ist alles von Wärmedämmungen an Wänden und Fenstern bis zu effizienteren Heizkesseln. Zusätzlich sollen Nachtspeicherheizungen durch sparsamere Heizsysteme ersetzt werden. Auch die Herkunft der Energie soll für Hausbesitzer wichtig werden. Neubauten müssen künftig 15 Prozent ihrer Wärme aus erneuerbaren Energiequellen beziehen, sanierte Häuser zehn Prozent. Die Heizkostenrechnung wird die individuell verbrauchte Wärme angeben statt des pauschal über einen Verteilungsschlüssel ermittelten Wärmeverbrauchs.