Oh nein, nicht schon wieder! Aber da müssen wir durch: Ein skandinavisches Lokalblatt veröffentlicht Zeichnungen, die Mohammed zeigen - diesmal als Hund -, Muslime sind beleidigt und demonstrieren, Iran geriert sich als Führungsmacht der islamischen Ehre und erzeugt diplomatische Geräusche.

Wie wird es weitergehen? Werden wieder Steine fliegen, Menschen angegriffen, werden Zeitungen zwischen Freiheit und Sicherheit abwägen?

Was bisher geschah, ist dies: Ein in Schweden durchaus etablierter Künstler namens Lars Vilks, ehemals Professor für Kunsttheorie, hatte in drei Zeichnungen einen Hund inmitten eines Kreisverkehrs gezeichnet; der Hundekopf trägt menschliche Züge sowie Turban und Bart, und damit niemand fehlgeht, nannte Vilks das Ganze auch "Kreisverkehrhund Mohammed". Sodann wollte er die Bilder ausstellen, doch niemand fand sich dazu bereit.

Doch in der Provinzhauptstadt Örebro gibt es ein Lokalblatt namens Nerikes Allehanda , das die Bilder druckte.

Der Protest erhob sich (Verbalaggressionen eingeschlossen), Teheran meldete sich, das Blatt übersetzte seinen Leitartikel ins Englische und stellte ihn online , was die Globalisierung des Streits beschleunigte. Unterdessen zeigte Vilks die Karikaturen auch in seinem Weblog und fügte eine weitere hinzu, die dem Kreisverkehrhund ein Protestschild in die Hand drückte: "Islam means human & animal rights". Den Vorwurf, er habe die Muslime bewusst mit dem unreinen Hund provoziert, was das Gleiche sei, als hätte er eine "Judensau" gezeichnet, konterte er mit dem Verfertigen einer solchen, wie die taz berichtete.