Der Kinderzuschlag für Geringverdiener müsse von derzeit 140 auf 175 Euro monatlich angehoben werden, sagte der Präsident des Verbandes, Heinz Hilgers, am Montag in Berlin. Vom dritten Kind an müsse der Zuschlag 225 Euro betragen.

Die Bundesregierung will Bezieherkreise für den Kinderzuschuss für Familien mit niedrigen Einkommen zwar ausweiten. Ob er auch erhöht wird, ist aber noch offen. Die Regierung will ihr Konzept im September vorlegen.

Hilgers kritisierte, dass die Bundesregierung die 2005 im Koalitionsvertrag zugesagten Maßnahmen gegen Kinderarmut immer noch nicht umgesetzt hat. Er forderte einen kostenlosen Zugang der Kinder von ALG-II-Empfängern zu ganztägigen Bildungseinrichtungen. Auch müsse die mit den Hartz-IV-Gesetzen abgeschaffte einmalige Beihilfe für Kinderbekleidung und Schulbedarf wieder eingeführt werden.

Laut Kinderschutzbund leben 2,6 Millionen Kinder bis zum Alter von 18 Jahren auf Hartz-IV-Niveau (208 Euro pro Kind). Die Zahl erhöhe sich auf etwa 5 Millionen Kinder, wenn man die Familien dazurechne, die nur knapp oberhalb der Hartz-IV-Grenze leben. In einem Jahr habe die Zahl der armen Kinder um 100.000 zugenommen.

«Es geht zu viel vom Aufschwung an den Familien vorbei», sagte Hilgers. Die Bundesregierung will die Zahl der Empfänger von Kinderzuschüssen auf etwa eine halbe Million vervierfachen. Dies entspricht in etwa der Zahl der Kinder von Eltern, die arbeiten gehen, die aber dennoch zusätzlich Arbeitslosengeld II beziehen, weil sie ihre Familie mit dem Erwerbseinkommen nicht ernähren können.