Nach den Duisburger Mafiamorden hat die Polizei in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern zahlreiche Objekte durchsucht. Sieben Personen wurden dabei überprüft, aber nicht festgenommen. Außerdem stellten die Ermittler Fahrzeuge und andere Gegenstände sicher.

Es war bereits die zweite Durchsuchungsaktion nach der Tat. Schon in der vergangenen Woche hatte die Polizei Wohnungen von Opfern durchsucht. Sechs Italiener waren vergangene Woche vor einer Pizzeria in Duisburg mit mehreren Schüssen ermordet worden. Hintergrund soll eine Familienfehde im Mafia-Milieu sein. Dabei soll es um einen Mord im italienischen San Luca gehen.

Unterdessen wurde in Mülheim/Ruhr eines der sechs Opfer des Mafia-Mordanschlags beerdigt. Der in der Mordnacht 18 Jahre alt gewordene Mann war das einzige Opfer, das nicht zu dem Familienclan der anderen Getöteten aus Kalabrien zählte. Er hatte eine Ausbildung im Duisburger Restaurant «Da Bruno» absolviert, vor dem die Morde geschahen. Auf Wunsch seiner Familie fand die Beerdigung im engsten Kreis statt. Deshalb schirmte die Polizei den Friedhof mit einem großen Aufgebot ab.

Mehr als 100 Trauergäste - Angehörige, Nachbarn und Freunde - kamen zur Beerdigung. Viele hatten weiße oder rote Rosen in der Hand, manche mussten mit den Tränen kämpfen. Die anderen fünf Opfer waren bereits am Vortag in Italien unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und ohne Trauerzug beigesetzt worden.

«Er war ein ruhiger und netter Junge. Wir können es noch gar nicht fassen», sagte die frühere Nachbarin Gordana Curkovic, die den Erschossenen seit zehn Jahren kannte. «Der konnte keinem Tier was zuleide tun. Von Mafia haben wir nie irgendwas gesehen», erzählte ein 20 Jahre alter Freund, der zu der Clique des Opfers gehört hatte. Junge Frauen aus dem Freundeskreis hielten sich an den Händen, als sie an den wartenden Journalisten vorbei zum Grab gingen. Einige hatten ein großes Gruppenbild mit der Aufschrift «Deine Freunde» mitgebracht. «Die Schau ist zu Ende, Ihr könnt jetzt gehen», rief eine zornige Angehörige nach der Beerdigung den am Friedhofszaun stehenden Fotografen zu.

Die Polizei in Duisburg machte keine näheren Angaben zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen. Es hieß am Freitag lediglich, es seien seit den Morden vom 15. August 380 Hinweise eingegangen. Ein Video, das die zwei mutmaßlichen Schützen zeigt, wurde inzwischen mehr als 63.000 Mal im Internet aufgerufen. Die Analyse des Tatortes habe ergeben, dass bei der Tat zwei Schusswaffen verwendet worden seien, teilte die Polizei mit.